Gastartikel: Messebericht „Food & Life“ München 2019

Die diesjährige „Food & Life“ fand vom 27.11.-01.12.2019 auf dem Münchner Messegelände statt. Parkplätze gab es im Parkhaus West, welches nicht günstig ist, oder man erreichte die Veranstaltung einfach mit dem öffentlichen Verkehrsnetz des MVV.

Gleichzeitig fand auch die „Heim + Handwerkmesse“ statt, sodass ich erst einmal durch das halbe Gelände laufen musste, um überhaupt zum „Food & Life“ Bereich zu kommen. Ich ging am Donnerstag auf die Messe in der Hoffnung, dass es unter der Woche nicht so voll ist wie am Wochenende, doch der Ansturm war sehr groß, sodass man nur langsam durch die Massen kam. Das Alter der Besucher war eher etwas höher, so um die 60.

Erster Eindruck

Was ich dann zuerst bemerkte, waren die vielen Wurst- und Käsewaren, die in der gesamten Halle einen eher unangenehmen Geruch verbreiteten. Sehr schade, da es auf der Messe doch um Genuss gehen sollte. Meinem Empfinden nach, war der Großteil der Messe doch eher für ältere Besucher mit schwächerem Geruchs- und Geschmackssinn ausgerichtet.

Showbühne

Auch auf der Showbühne wurden fast nur Fleischgerichte zubereitet. An den vier Tagen der Messe gab es nicht eine einzige vegane Kochshow. Gerade in der heutigen Zeit, wo Themen wie Nachhaltigkeit eine so große Rolle spielen, sollte doch zumindest ein veganes Gericht für das Publikum möglich sein. Leider war es genau das Gegenteil, auf der Bühne wurde sich über vegane und vegetarische Ernährung lustig gemacht und das ältere Publikum war darüber amüsiert. Eine herbe Enttäuschung für die jüngeren Generationen, die deren Konsumverhalten später ausbaden müssen.

Kleine Lichtblicke

Doch hin und wieder ganz versteckt fand ich auch ein paar neue Sachen, die aufzeigen, dass es auch nachhaltig geht. Zum Beispiel fand ich einmal fair gehandelten „Tee aus Nepal“ lose in nachhaltigen Stoffsäckchen. An einem anderen Stand gab es losen „Tee im Glas“ in Bioqualität zu kaufen, welches man später für selbstgemachte Marmelade oder ähnliches weiterverwenden kann. Mit jedem Tee im Glas unterstützt man soziale Trinkwasserprojekte des Vereins „Viva con Agua“.

Eine Studie von Forschern der McGill University in Montreal (Kanada) fand heraus, dass ein einziger Teebeutel aus PET oder Nylon beim Aufbrühen mit heißem Wasser über elf Milliarden Mikroplastik-Partikel und über drei Milliarden Nanoplastik-Partikel ans Wasser abgeben kann. Das ist mehr, als in allen anderen Lebensmitteln. 

Toll, dass es Alternativen gibt, die ohne Plastik auskommen.

Was mir noch total gut gefallen hat, waren essbare Löffel. Diese gibt es nicht im Laden, sondern nur auf Bestellung per E-Mail. Sie sind aus verschiedenen Mehlen hergestellt mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Bei warmen Speisen halten sie 30 Minuten, bei kalten 90 Minuten. Gedacht sind die Löffel für Veranstaltungen wie Festivals oder Geburtstagspartys im Freien als Alternative zu Einweggeschirr aus Plastik. Passend zu den Löffeln gibt es auch Teller aus gepressten Laubblättern, die allerdings nicht essbar sind, aber genauso biologisch abbaubar. 

Sonstiges

Ansonsten gab es noch diverse Obst- und Gemüsestände, viele Olivenverkäufer und einiges an Wein, Bier und Spirituosen. Auch Gewürze und Kaffee fand man, genauso wie Bäcker. Die Waren stammten aus Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, der Türkei, Kroatien und anderen Ländern. Generell war die Qualität der Ware immer sehr hochwertig und wurde auch gut präsentiert. Die Aussteller konnten viel über ihre Produkte erzählen und mir alle Fragen beantworten, etwa ob die Oliven per Hand geerntet wurden, oder ob bei einer Online Bestellung, bei der Lieferung auf Plastik verzichtet wird.

Fazit

Die Aussteller setzen alle auf gute Qualität, doch gute Qualität bedeutet in meinen Augen auch, auf Nachhaltigkeit zu achten und leider gab es sehr viele tierische Produkte, was nicht sehr nachhaltig ist und der Geruch war auch sehr unangenehm. Die Aussteller einer Messe wünschen sich mit Sicherheit langfristige Kunden, deswegen wäre es doch nur im Sinne der „Food & Life“, auf die Bedürfnisse jüngerer Generationen einzugehen und etwas vegan-freundlicher zu werden. Riecht besser, schmeckt toll und ist gut für unsere Zukunft.


Text & Bilder: Lena Hilger

Vielen lieben Dank, liebe Lena für den kleinen Einblick in deinen Besuch der Messe.

Eine Übersicht aller Messen in 2019 zum Thema Veganismus und/oder Nachhaltigkeit findet Ihr hier in dieser Übersicht (inklusive PDF-Download)

Vegtastische Grüße

Sabrina

Auch mal Gastblogger sein?

Ich freue mich über jeden weiteren Blogger, der Lust hat einen Gastbeitrag bei mir zu veröffentlichen. Schick mir gerne einfach eine Email mit deinem Themenvorschlag an mail@vegtastisch.de oder kommentier diesen Artikel, dann melde ich mich.

Weitere Gastartikel:

Vegan auf Hochzeiten

Vegan in Kapstadt

Essen oder Schlemmen?

Wenn Veganer wandern

Optimale vegane Ernährung

Vegane Babynahrung aus dem Dampfgarer

Wie man die Handtasche nachhaltig befüllt

Nachhaltigkeitstrends auf dem Heldenmarkt

Nachhaltiges Reisen

Dürfen Veganer Honig essen?

Kinoabend mit „Los Veganeros 2“

Der richtige Still-BH

Vegan in London

Rezept für Zucchini-Tomaten-Rosen

Rezept für Birnen-Chai-Muffins

Motivation trotz Baby

Warum gesunde Ernährung nach einer Trennung wichtig ist

Vegan in der Karibik

Vegane Ernährung – mit der richtigen Küchenhilfe kein Problem

10 Superfoods, die man kennen sollte

Vegane Seife selbst herstellen

Teilen...

Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
Vegtastisch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*