Gastbeitrag: Acht Tipps für nachhaltiges Reisen durch die Welt

Der heutige Gastbeitrag kommt von Christin vom Blog Frau Wanderlust.

Christin hat während ihrem Studium nach ihrer eigenen Aussage irgendwann entdeckt, dass Reisen und das Unterwegs sein sie doch weiterbringen, als irgendeine Karriereleiter hoch zu klettern. Seitdem versucht sie den Spagat zwischen dem Arbeiten und Reisen und war auf mehreren Weltreisen in 50 Ländern auf 5 Kontinenten. Auf ihrem Blog Frau Wanderlust schreibt sie darüber, wie du das Reisen mit dem Leben in der Heimat und dem Arbeiten verbinden kannst. Außerdem ist sie gerade wieder aufgebrochen und nimmt dich auf ihrem Blog für die nächsten Monate mit durch Südamerika, Neuseeland und Asien.

„Acht Tipps für nachhaltiges Reisen durch die Welt

Seit vielen Jahren reise ich durch die Welt. Zugegebenermaßen hat sich mein Bewusstsein für nachhaltiges Reisen immer mehr entwickelt. Doch mit dem Alter (okay, es sind seichte 33 Jahre bei mir, aber immerhin) mache ich mir mehr und mehr Gedanken über nachhaltiges Reisen.

„Only leave footsteps“ – das sollte das Ziel sein, um unseren Planeten auch für viele nachfolgenden Generationen in Schuss zu halten. Leider sind wir davon weit entfernt und geben gerade alles, um die Welt möglichst schnell dem Erdboden gleich zu machen.

Foto: Christin Koch

Umso wichtiger ist es, auch und gerade auf Reisen auf eine nachhaltige Form des eigenen Daseins zu achten. Die folgenden acht Tipps geben dir einen Ansatz, was du als Reisender unbedingt beachten solltest.

#1 Emissionen durch die Flugmeilen ausgleichen

Es ist unglaublich. Mein Flug von Frankfurt nach Bogotá, den ich ich neulich in der Economy Class genommen habe, sorgt allein für mich für einen Ausstoß von 2.379 Kilogram des schädlichen Stoffes Kohlenstoffdioxid (CO2). Bei einer Pro-Kopf-Jahresemmission in Indien von „gerade mal“ 1.400 Kilogram (Quelle: Atmosfair) habe ich damit an einem Tag fast die doppelte Menge verursacht. Mit nur einem Flug!

Der Schaden für unseren schönen Planeten ist daher mit jedem Flug riesig. Zugegebenermassen wäre der umweltverträglichste Weg eine lokale Urlaubsgestaltung. Der Spiegel-Online hat sich mit diesem Thema ausgiebiger beschäftigt: „In Luft aufgelöst„.

Wenn es dich dennoch weiter weg zieht, lassen sich durch die Flüge verursachte CO2 Emissionen über verschiedene Organisationen ausgleichen. Utopia hat für uns verschiedene Anbieter unter die Lupe genommen. Den Beitrag dazu findest du hier.

Grundsätzlich läuft es bei allen Anbietern so, dass du auf deren Webseiten die CO2-Emissionen für deinen Flug berechnen kannst. Mit einer freiwilligen Spende investieren diese Anbieter dann in Klimaschutzprojekte, um genau diese Höhe an Emissionen wieder auszugleichen.

Für meinen Flug von Frankfurt nach Bogotá beträgt der notwendige Eurobetrag zum Ausgleich der knapp 2.400 Kilo CO2 55 Euro. Wir als Verbraucher sind gefragt, den Planeten nachhaltig zu erhalten, da die Airlines diese Pflicht leider nicht bei sich sehen.

Foto: Christin Koch

#2 Mit Stoffbeutel einkaufen

Auch in kleiner und preiswerter Form können wir beim einkaufen anfangen, auf die Umwelt zu achten. Das gilt im übrigen nicht nur für das Reisen, sondern auch zu Hause.

68 Tausend Tonnen Kunststoff wurden 2011 produziert, um Plastiktüten herzustellen. 71 Tüten hat eine Person in Deutschland in 2011 jährlich im Durchschnitt verwendet. In Bulgarien waren es gar 421 Stück pro Person (Quelle: Umweltbundesamt).

Viele Millionen Tüten davon landen im Meer und sammeln sich zu ganzen See-Landschaften von Müll, in denen Tiere verrecken. Wie umfassend dieses Problem ist, zeigt der Film Plastic Planet.

Dabei ist es zumindest mal bezogen auf die Plastiktüten so einfach. Lasst uns ein einziges Mal in einen Stoffbeutel investieren. Dieser hält eine Ewigkeit und wir können immer wieder mit diesem einen Beutel den Einkauf erledigen.

Leichter lässt sich die Umwelt einfach nicht schonen.

#3 Nachhaltig einkaufen

Jedes Land hat eigene Standards in der Herstellung von Lebensmitteln. Hierauf sollten wir stets achten, wenn wir auf Märkten oder in Supermärkten stehen.

Natürlich macht der Kauf von lokalen Produkten hierbei am meisten Sinn. So schmeckt beispielsweise eine Papaya in Thailand viel besser, als in Deutschland und sie muss nicht erst um die halbe Welt geflogen werden. In Deutschland wiederum schmecken die Erdbeeren und der Spargel viel besser.

Ich trinke neuseeländischen Wein in Neuseeland, chilenischen Wein in Chile und deutschen Wein in Deutschland.

Foto: Christin Koch

Insbesondere bei Tierprodukten sollten wir die nachhaltige Produktion unterstützen (das gilt im übrigen auf reisen genauso wie in der Heimat).

Nachhaltiges Einkaufen schützt dabei auch den CO2 Ausstoß.

#4 Auf den Wasserverbrauch achten

Neulich war ich in Island und ich war begeistert. Wenngleich hier vieles teuer ist, so gibt es doch Wasser im Überschwung. Das heißt, Reisende können in Island ohne schlechtes Gewissen lange Duschen nehmen. Das ist fantastisch, aber zugleich die Ausnahme.

In viele Regionen, in die wir reisen, ist Wasser ein sehr, sehr knappes Gut. Wir sollten es daher schätzen und nicht verschwenderisch damit umgehen. Das heißt dann kurz duschen und das Wasser beim Abwaschen und beim Zähne putzen nicht laufen lassen.

#5 Mit Trinkflasche reisen

Je nach Reisedestination können wir nicht überall das Wasser aus dem Wasserhahn trinken. In vielen Ländern ist es jedoch auch bedenkenlos möglich. In diesen entwickelten Ländern können wir uns unsere Freundin -die Trinkflasche- unter den Arm schnappen und Leitungswasser trinken.

Das hat viele Vorteile, denn wir produzieren keine zig Plastikflaschen, wir sparen Geld für den Kauf von Wasser in Plastikflaschen und wir können die Trinkflasche jederzeit auffüllen.

#6 Shared Services in Anspruch nehmen

Es ist eine tolle Bewegung, die bei uns in der Heimat und darüber hinaus in Gang ist. Shared Services! Wir teilen mehr und mehr unsere Dinge, anstatt dass jeder alles besitzen muss.

So gibt es Anbieter, über die wir Autos von Privatpersonen mieten können, oder Wohnungen. Außerdem ist es möglich, dass wir Sachen gebraucht kaufen oder tauschen (bspw. hier).

Davon lässt auch auf Reisen Gebrauch machen. Müssen wir beispielsweise immer mit einem allein gemieteten Auto umher fahren? Vielleicht können wir uns als allein Reisende vor Ort mit anderen Reisenden zusammentun und zu viert mit einem Auto umherfahren? Das macht mehr Spass, spart Geld und ist wiederum gut für die Umwelt.

#7 Lokal buchen

In vielen Entwicklungsländern bringen Investoren ihr Geld aus dem Ausland mit. So gehört eine Unterkunft in Thailand dann Amerikanern, die Cafés einem Deutschen und die Tauchschule einem Australier.

Grundsätzlich ist es für einen nachhaltigen Tourismus sehr wichtig, die Einheimischen zu unterstützen. So solltest du beispielsweise darauf achten, dass du Touren und Guides in den Ländern vor Ort und bei Reiseorganisationen aus dem Reiseland buchst.

Für Einrichtungen, die internationalen Investoren gehören, ist das Augenmerk darauf wichtig, ob die Besitzer mit Einheimischen arbeiten. Das ist Kulturbedingt für Ausländer manchmal schwieriger, doch für das Land ist es von enormer Bedeutung, dass Einheimische angestellt sind und nicht beispielsweise Backpacker.

Foto: Christin Koch

#8 Auf den Stromverbrauch achten

Es ist bequem in warmen Ländern die Klimaanlage oder in kalten Reisezielen die Heizung anzuschalten. Beides verbraucht sehr viel Strom und es ist ratsam, die Temperatur sinnvoll zu regeln.

Sinnvoll heißt in dem Zusammenhang, dass die Klimaanlage beispielsweise nicht den ganzen Tag auf Hochtouren läuft, während wir uns auf unseren Handtüchern am Strand wälzen. Heizungen sollten genauso vernünftig eingestellt werden, wobei es Sinn macht, über den Tag hinweg eine angemessene Raumtemperatur sicherzustellen.

Klimaanlage oder Heizung in Kombination mit einem offenen Fenster sind ein absolutes No Go. Entweder ist das Fenster auf oder die Klimaanlage bzw. Heizung an.

Lasst uns gemeinsam anfangen

Ich hoffe, dass ich dir mit diesen acht Tipps einen guten Überblick über nachhaltiges Reisen gegeben habe. Lasst uns gemeinsam die Welt zu einem besseren Ort machen und zusammen beginnen. Wenn wir nicht anfangen, auf unseren Planeten zu achten, wer dann?

Hast du auch noch einen Tipp zum nachhaltigen Reisen, der hier fehlt? Helfen dir die Hinweise für deine nächste Reise? Wir freuen uns sehr auf deine Kommentare zu diesem Beitrag.“

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der lieben Christin für die tollen Tipps.

Auch mal Gastblogger sein?

Übrigens freue ich mich über jeden weiteren Blogger, der Lust hat einen Gastbeitrag bei mir zu veröffentlichen und so meine Elternzeit mit mir zusammen zu überbrücken. Schick mir gerne einfach eine Email an mail@vegtastisch.de oder kommentiert diesen Artikel, dann melde ich  mich bei Euch.

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Vegtastisch

Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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9 thoughts on “Gastbeitrag: Acht Tipps für nachhaltiges Reisen durch die Welt

  1. Klaus | Willkommen Fernweh

    Hallo Christin und danke für diesen Artikel!
    Gut dass du erwähnst, dass jeder von uns schon mit Kleinigkeiten und ohne wirklich Geld auszugeben etwas bewirken kann, die Vermeidung von Plastiktüten ist das beste Beispiel.
    Ich hoffe, dass dieser Beitrag viele Leser erreicht!

    Reply
    1. Christin

      Hallo Klaus,

      gerade erst sehe ich deinen Kommentar! Vielen Dank dafür!

      Ich hoffe es auch – mit jeder Plastiktüte weniger auf dem Planeten ist ein kleinster Schritt gegangen.

      Schöne Grüße,

      Christin

      Reply
  2. Josh

    Hallo Christin und danke für diesen tollen Artikel!
    Ich hoffe, dass dieser Beitrag viele Leser erreicht und motiviert!
    Gruß Josh

    Reply
    1. Christin

      Hallo Josh,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Wünsche – und entschuldige bitte meine etwas verspätete Rückmeldung.

      Schöne Grüße,

      Christin

      Reply
  3. Alice

    Ich hätte noch einen Tipp an die Frauenwelt:
    Menstruationstasse verwenden. Damit spart man den ganzen Müll den man sonst durch Tampons und Binden erzeugen würde. Vor allem in ärmeren Ländern in denen der Müll nicht recyclet wird sondern ggf. nur auf Mülldeponien landet ist das wichtig.
    Außerdem haben Tässchen ein viel größeres Fassungsvermögen als Tampons und müssen dadurch seltener gewechselt werden (können bis zu 12 h drin bleiben). Das bringt zusätzlich noch mehr Komfort beim Reisen 🙂

    Reply
    1. Christin

      Hallo Alice,

      ach krass – das kannte ich noch gar nicht. Vielen Dank für diesen Tipp. Das schaue ich mir mal genauer an.

      Viele Grüße,

      Christin

      Reply
  4. Nathalie

    Danke für die Tipps Christin! Super Tipps, die jeder und jede nachmachen kann 🙂 Ich weiss, Flüge vermeiden klingt immer sehr reduzierend, aber ich habe unglaublich spannende Reisen mit dem Zug nach Dublin, Schottland und Griechenland gemacht und liebe diese Zugreisen. Also wäre mein Tipp, auch mal auf den Flieger zu verzichten, dafür auf Zug, Fahrrad oder die Wanderschuhe umsteigen 😉

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  5. Pingback: Gastbeitrag: Vegan in Kapstadt - Cafés, Restaurants und Märktevegtastisch.de

  6. Korinna

    Hallo Christin,
    da hast du ja echt ein paar tolle Tipps zusammengestellt. Besonders der mit der Trinkflasche ist so einfach und erreicht doch so viel. In Laos hatte ich damit sogar die Chance, meine Flasche kostenlos aufgefüllt zu bekommen (während ich für neue Plastikflaschen hätte jedes Mal extra zahlen müssen – abgesehen davon, dass es nicht mal sowas wie ein Pfandsystem gibt, sondern Plastik verbrannt oder verbudelt wird).
    Ich finde es toll zu sehen, wie sich da so eine kleine nachhaltige Revolution entwickelt und immer mehr Menschen anfangen, mehr auf die Umwelt und die Konsequenzen ihrer Handlungen zu achten. Ich weiß nicht, ob dies einfach Teil des Erwachsen werdens ist oder ob es da einen Trend gibt. Ich jedenfalls schließe micj da gleich mit ein und versuche ebensfalls meinen Alltag (und meine Reisen) nachhaltiger zu gestalten – nach dem Motto „weniger ist mehr“.
    Liebe Grüße
    Korinna

    Reply

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