5 Dinge, die Jan Bredack mit seinem Buch bei mir bewirkt hat

Im Urlaub hatte ich endlich Zeit mich dem Buch „Vegan für alle“ von Jan Bredack zu widmen. Auf meiner Reise durch Irland habe ich es innerhalb von einer Woche gemütlich abends im Bett oder in gemütlichen Cafes gelesen.

„Yes Ve´gan“ so lautet Bredacks Motto für die 253 Seiten des schrill grün leuchtenden Buchs. Das Buch besitzt einen Hardcover-Umschlag wobei mir auf der Reise ein Softcover doch deutlich lieber gewesen wäre. Softcover sind einfach handlicher finde ich.

Das Buch ist im April diesen Jahres im Piper Verlag erschienen und kostet 19,99 Euro. Das E-Book ist für 15,99 Euro erhältlich. Ich finde den Preis ehrlich gesagt etwas hoch aber leider zahlt man für Hardcover-Bücher leider selten weniger.

Es ist das erste Buch zum Thema Vegan aus dem Hause Piper München und ich hoffe es folgen noch mehr. Nun aber zum Inhalt des Buchs.

Das Buch liest sich ziemlich leicht und angenehm und es kann auch einfach mal ein Kapitel zwischen Tür und Angel gelesen werden.

Ziemlich zu Anfang des Buchs erzählt Bredack davon wie er selbst zunächst Vegetarier und später dann Veganer wird. Auch seinen Kindern wollte er das Thema näher bringen. Ich finde es etwas schade, dass er das Alter der Kinder hier nicht erwähnt. In meinem Kopfkino unterhält sich Bredack mit einem Vierjährigen, der gerade erst gelernt hat längere Sätze zu bilden. Ich hoffe es war nicht so.

Bevor Bredack Veganer wurde hatte er offensichtlich viele naive Ansichten von der Welt, wie z.B. dass im nicht klar war, dass eine Kuh nur dann Milch gibt wenn sie schwanger ist. Ich fürchte allerdings damit stand er nicht alleine da. Unglaublich viele Menschen sind blauäugig was solche Themen betrifft.

Für meinen Geschmack erzählt Bredack im Buch ein bisschen zu viel seiner privaten Geschichte. Dies muss so sein um die Geschichte hinter der Entstehung der Veganz-Supermärkte darzustellen könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Viel mehr bekomme ich den Eindruck Bredack wollte entweder schon lange eine Biographie über sich selbst schreiben oder es war eine kleine Hilfe um ein paar mehr Seiten des Buchs zu füllen. Über Veganismus an sich geht es grob geschätzt gerade mal in einem Drittel des Buches. Daher finde ich das Buch nicht unbedingt für Vegan-Einsteiger geeignet. Diese sollten lieber das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer lesen. In Jan Bredacks Buch ist der interessanteste Teil, welcher aus mit Daten und Fakten gefüllt ist das Kapitel in dem er den Tierschützer Jan Pfeifer zu Wort kommen lässt.

Andererseits zählt Jan Bredack dafür einige Superfoods auf, die ich bisher auch noch außer Acht gelassen hatte aber nun bald schon mal testen möchte. Neben Chia und Maca, das ich bereits kenne nennt er auch Ginkgo, Moringa und Camu-Camu.  Leider lobt er auch Stevia. Das wiederum kann ich überhaupt nicht verstehen. Stevia schmeckt schlichtweg widerlich.

Lobend erwähnen möchte ich sein Kapitel über das Thema Honig. Obwohl ich vegan lebe habe ich den Verzicht auf Honig bisher als Übertreibung gesehen.  Diesen Punkt sehe ich nun komplett anders und obwohl ich Honig wirklich selten benutzt habe trinke ich am nächsten Tag in einem kleinen irischen Cafe in Salthill bei Galway meinen letzten Tee mit Honig.

Jan Bredack schreibt auch über die Plattform Happy Cow, welche ich zufällig auch erst kurz vor meiner Reise das erste Mal entdeckt habe. Die Idee einer Plattform auf der man Adressen mit veganen Gerichten findet ist super.

Mich amüsiert die Aussage, dass LA die Hochburg des Veganismus ist. Ich frage mich wofür die denn nun auch  noch Attila Hildmann brauchen…

Jan Bredack erzählt, dass Veganz sehr viel negative Kritiv über Facebook erhält. Ich lese nach und bin wirklich überrascht, wie viele negative Kommentare dort zu sehen sind.

Leider habe ich es nicht zu einer der Lesungen von Jan Bredack geschafft, da ich genau zeitgleich zu seiner Tour im Urlaub in Irland war. Ich hätte gerne herausgefunden, ob ich ihn live sympathisch finden würde. Im Buch bin ich darüber irgendwie unschlüssig. Ich mag was er tut – Veganz und sein Einsatz für den Veganismus. Er hat recht, dass niemand Veganer wird wenn man mit erhobenen Zeigefinger über Tierschutz philosophiert oder Tierschutzdemos veranstaltet. Trotzdem erwische ich mich an ein paar Stellen im Buch dabei wie ich meine linke Augenbraue hochziehe wegen Dingen, die er schreibt.

Trotzdem sagt er einige sehr kluge Dinge. Seine Aussage, das Veganismus eine Luxusentscheidung ist stimmt in Teilen. In Kriegszeiten wären alle Menschen, die sich jetzt vegan ernähren wahrscheinlich wieder gezwungen Fleisch und tierische Produkte zu essen. Ältere Menschen, die bereits einen Krieg erlebt haben, bekommen wahrscheinlich deswegen auch keinen richtigen Bezug zum Thema Veganismus. Sie halten uns sogar noch für arrogant und denken wir wären „gschleckig“, wie wir hier in Schwaben sagen.
Andererseits denke ich sollte man die Aussage über die Luxusentscheidung auch nicht zu ernst nehmen. Auch einige meiner Bekannten denken, dass es sehr teuer wäre sich vegan zu ernähren. Das stimmt nur bedingt. Auch Menschen mit geringem Einkommen können es sich leisten vegan zu leben. Mir fällt dabei eine tolle Aussage ein, die Jan Delay einmal gemacht hat im Zusammenhang mit Bio-Lebensmitteln. Sinngemäß sagte er, man solle im Einkaufswagen doch einfach mal die Chipstüten weglassen und stattdessen einen Sack frisches Obst kaufen. Das kostet ungefähr genauso viel…

Der meiner Meinung nach beste und schönste Satz im Buch ist „Manchmal will man im Leben das Gute – und ist plötzlich der Böse!“

 

Das Buch hat mir gezeigt, dass ich noch einiges zu lernen habe. Hier sind meine 5 Punkte, die mir durch das Buch klar geworden sind:

1. Ich nehme zu viel Zucker und Weißmehl zu mir.

2. Schluß mit Honig!

3. Ich habe wohl noch nicht den perfekten veganen Käse gefunden – angeblich gibt es diesen aber.

4. Vegan leben ist in Großstädten einfacher. Das hat mir auch meine Reise nach Berlin schon gezeigt.

5. Ich möchte mir unbedingt bald die vegane Szene in Wien und in Prag anschauen. Er schafft es außerdem meine Neugier auf das Thema Transition Towns zu wecken.

 

Außerdem ist meine Liste von Büchern, die ich unbedingt noch lesen möchte dank Jan Bredack länger geworden:

1. „More than Honey“ Markus Imhoof

2. „Anständig essen“ Karen Duve

3. „Peace Food“ Dr. Rüdiger Dahlke

 

Aber ganz unabhängig vom Buch und Jan Bredack – Ich hätte gerne einen Veganz hier in Ulm!

Vegtastische Grüße!

Sabrina


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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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5 thoughts on “5 Dinge, die Jan Bredack mit seinem Buch bei mir bewirkt hat

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