Unverpacktes Einkaufen auf dem Vormarsch

Ungefähr seit 2016 schwappt eine Welle von Unverpackt-Läden über Deutschland. Endlich scheint es so, als hätte sogar die Region Ulm/Neu-Ulm den Sinn dahinter verstanden. Die nächsten Unverpackt-Läden waren bisher noch einige Kilometer entfernt in Augsburg und Schwäbisch Gmünd. Definitiv zu weit um für den Einkauf von Reis, Nudeln und Co. die Strecke auf sich zu nehmen und in Sachen Umwelt natürlich auch nicht gerade sinnvoll mit dem Auto.

Seit einem Jahr kann man nun aber auch in Weißenhorn bei KLARE KANTE unverpackt einkaufen. Das kommt so gut an, dass es bald – per Crowdfunding-Kampagne finanziert – eine weitere Filiale für Ulm geben soll. So ist zumindest der Plan von Betreiber André Wieland. Um diesen Plan auch in die Realität umsetzen zu können braucht es jetzt jede Menge Unterstützung! Es sollen 25.000 Euro (1. Fundingschwelle) bzw. 49.000 Euro (2. Fundingschwelle) erzielt werden. Die Crowdfunding-Kampagne für KLARE KANTE´s Filiale in Ulm läuft noch bis 9. Juni 2019 auf 

Unverpackt Laden ‚KLARE KANTE‘: Hauptstraße 22 // 89264 Weißenhorn
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9-18 Uhr und Samstag 9-16 Uhr

Beim Videodreh für die Crowdfunding-Kampagne für KLARE KANTE…

Gerade für Unverpackt-Läden scheinen Crowdfunding-Plattformen wie gemacht. Über diverse Plattformen, wie beispielsweise Startnext finden sich aktuell unzählige Projekte der gleichen Idee für alle möglichen Städte in Deutschland. Sucht man bei Startnext nach dem Begriff Unverpackt erhält man stolze 95 Treffer. Hier sind zwar auch jene Projekte mit aufgeführt, die lediglich unverpackte Produkte anbieten wollen statt eines ganzen Ladens zu eröffnen aber die Mehrzahl sind richtige Unverpackt-Läden. Und in den meisten Fällen endet die Kampagne auch erfolgreich. Das heißt, die Gründer bekommen das Geld ausgezahlt, weil die gesetzte Fundingschwelle erreicht wurde und sich genug Unterstützer für die Idee gefunden haben. Jedes 4. Projekt auf der Startseite von Startnext handelt vom Thema Unverpackt bzw. Nachhaltigkeit. Von Reutlingen über Trier bis nach St. Pauli – alle wollen einen Unverpackt-Laden für ihre eigene Heimatstadt und kämpfen für die nachhaltige Alternative zu klassischen Einkaufsläden.

Wäre es nicht einfach nur toll, wenn bald jede Stadt in Deutschland solch einen Laden oder auch mehrere Unverpackt-Läden vorzuweisen hätte? Um die 150 Läden in Deutschland sind schon Realität.

Unverpackt-Läden ermöglichen es, Lebensmittel, Drogerie-Produkte, Reinigungsmittel und sonstige Produkte ohne Verpackung und in individuell gewählten Mengen einzukaufen. Im Sinne der Nachhaltigkeit lassen die Gründer dabei so gesehen die alten Prinzipien des Tante-Emma-Ladens wieder aufleben.

Unverpackt-Läden sind unterschiedlich aufgebaut. Es gibt, abgesehen natürlich von gesetzlichen Richtlinien, wie zum Beispiel Hygienevorschriften keine Vorgaben bezüglich Branding oder Interior für solch ein Geschäft. Auch das Sortiment ist selten identisch. Die Shop-Konzepte sind so individuell wie die Menschen dahinter. Manche Läden füllen ihre Regale vorrangig mit regionalen Waren. Manche Läden bieten ausschließlich Produkte aus biologischem Anbau an oder bestücken ihr Sortiment mit Produkten von kleinen Manufakturen.

Ganz egal wie das Sortiment letztendlich zusammengesetzt ist, alle Unverpackt-Läden haben gemein, dass sie versuchen, vollständig oder zumindest so gut es geht auf Einwegverpackungen aller Art zu verzichten – Plastik im ganz Speziellen. Waren, die sich lose lagern lassen, können von den Kunden aus sogenannten Bulk Bins in mitgebrachte Gefäße oder zur Verfügung gestellte Behälter abgefüllt werden. Flüssige Produkte oder Waren, die nicht ganz ohne Verpackung drum herum auskommen, gibt es zum Beispiel in Flaschen, in Papiertüten, in Gläsern oder im Karton. Gefäße werden vor und nach dem Befüllen gewogen. Man bezahlt also nur den Inhalt.

So einzukaufen spart in erster Linie Plastikverpackungen. Das heißt, die

Umweltverschmutzung und die Belastung durch gesundheitlich bedenklichen Stoffe wird verringert. Aber auch die Art des Einkaufens und das Erlebnis dabei macht für viele Kunden einen entscheidenden Unterschied: Wertschätzung gegenüber der Lebensmittel und das eigene gute Gefühl nach dem Einkauf.

Eine umfangreiche Liste von Unverpackt Läden in Deutschland, Österreich und Schweiz gibt es beispielsweise unter http://www.einfachzerowasteleben.de/zero_waste_ladenliste.html


Vegtastische Grüße

Sabrina

## Dieser Artikel erschien ebenfalls im POCKET Magazin für Ulm und Umgebung in der Ausgabe Juni 2019 im Rahmen meiner monatlichen Nachhaltigkeits-Kolumne.

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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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