Auszeit in Meiningen in Thüringen: Warum es sich lohnen kann Partnerstädte zu besuchen

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Meiningen in Thüringen – Wir haben nicht viel erwartet, da bin ich ganz ehrlich.

Warum Meiningen als Reiseziel?

Gerade als Blogger, Journalist, Redakteur oder was auch immer in dieser Richtung braucht man immer wieder eine neue Idee für Artikel, Themenaufhänger sozusagen. Es ist zwar auch schön einfach mit dem Finger auf der Deutschlandkarte zu wandern und sich so ein Reiseziel zu suchen aber diesmal war die Idee eine ganz andere.

Kennt Ihr eigentlich die Partnerstädte Eurer Heimat oder habt diese sogar schon einmal besucht? Genau das war nämlich der Anreiz zu unserer Reise nach Meiningen in Thüringen.

Meiningen ist die Partnerstadt unserer Heimatstadt Neu-Ulm. An einem Sonntag im letzten Jahr fiel mir bei einem Mittagschlaf-Spaziergang mit meinem Junior die Tafel an unserem Ortschild auf. „Neu-Ulm – Partnerstadt Meiningen (Thüringen)“

Das Schild an unserem Ortseingang ist Schuld an meiner Reise nach Meiningen.

Spontan hatte ich mich gefragt, was es wohl zu sehen geben würde in Meiningen. Dabei fiel mir auch auf, dass ich noch gar nie in Thüringen war. Zwar habe ich weitläufige Verwandtschaft dort aber zu den Besuchen bin ich bisher nie mit gefahren. Also, auf nach Meiningen. Ich lasse mich gerne überraschen und oftmals ist es so, wenn man gar nichts erwartet bekommt man unfassbar viel. Genau so erging es uns mit Meiningen. Wir hatten uns nur ein klein wenig im Vorfeld informiert und ließen die Reise einfach auf uns zukommen.

Neben Bois Colombes in Frankreich und Trissino in Italien ist auch das Städtchen Meiningen in Thüringen die dritte Partnerstadt von Neu-Ulm hier in Bayern. Bereits 1987 wurde die Partnerschaft in die ehemalige DDR geschlossen. Seit 1988 gibt es sogar eine offizielle Freundschaftsvereinbarung.

Hin und wieder in den Ferien gibt es Studien- oder Begegnungsfahrten für Neu-Ulmer Jugendliche nach Meiningen. So ist das ja meist bei Partnerstädten, aber mitbekommen tut man sonst herzlich wenig. Schade eigentlich. Ich bin froh, dass ich mir Meiningen genauer angeschaut habe und kann jedem ein Wochenende dort absolut empfehlen. Ein weiteres Beispiel dafür, wie schön Urlaub in Deutschland sein kann.

Darum Meiningen!

Überraschung: Meiningen ist hübsch. Altes Fachwerk, bunte Fassaden, eine schöne Kirche, ein wunderschönes Theater, viel Kultur, Museen, romantische Cafés und gemütliche Gaststuben.

Manchmal muss man sich einfach auf ein Abenteuer einlassen ohne richtig zu wissen, was einen erwartet. Ich glaube vor allem wegen dieser Einstellung mit der wir los gefahren sind hat uns Meiningen kalt erwischt – im positiven Sinn. Wir hatten mit einer vielleicht eher tristen, kleinen Stadt im Osten Deutschlands gerechnet. Doch sieh einer an, so war es ganz und gar nicht.

Neben dem Schloss Elisabethenburg ist Meinungen vor allem für sein schönes Theater bekannt. Aber auch sonst gibt es so einiges zu entdecken. Wir waren für vier Tage im März in Meiningen und hätten auch für weitere Tage definitiv noch Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort gefunden.

Im März lag noch Schnee in Meiningen und wir landeten so in einem kleinen Winter Wonderland. Wirklich hübsch!

Essen – Meiningen vegan?

In vier Tagen haben wir einige Adressen für Speis und Trank besucht und damit die Meininger Köche auch vor eine kleine Herausforderung in Sachen veganes Essen gestellt.

Zu Gast waren wir beim Restaurant „Goldener Zwinger“, in den „Schloß-Stuben“ des Schloss Elisabethenburg, im Skyrestaurant „M. Christo“ unseres Hotels und im „Henneberger Haus“.

Vegan im ‚M. Christo‘

Aussicht vom Skyline-Restaurant

Absoluter Favorit bei diesen Adressen war das „Henneberger Haus“. Freundliches Personal und leckeres Essen und aus den genannten Adressen auch das Haus, welches sich am meisten Mühe gemacht hat dem angekündigten Vegan-Thema gerecht zu werden. Danke dafür, wirklich toll!

Salat mit Mangodressing und Süßkartoffelchips

Gefüllte Ravioli mit Kirschtomaten

Gemütlich sitzt man im Restaurant „Goldener Zwinger“

Vegan im Restaurant „Goldener Zwinger“

Unsere Unterkunft „Hotel Frontveste“

Übernachtet haben wir während unseres Aufenthaltes im „Hotel Fronveste“, einem ehemaligen Gefängnis.

Das war ganz und gar nicht so beklemmend, wie sich das im ersten Moment vielleicht anhört. Nicht mehr allzu viel lässt erkennen, dass es sich mal um einen echten Knast gehandelt hat.

Die Adresse ist ein rundum gutes Hotel in dem man es aushalten kann. Die Zimmer sind nett eingerichtet und geräumig. Das Haus ist kinderfreundlich und das Personal freundlich. Das Bad hat mir sehr gut gefallen. Das Frühstück war lecker, besonders die Brötchen. Ich habe sogar einen extra Obst- und Gemüseteller mit Tofu bekommen und Mandelmilch. Die Lage des Hotels ist wirklich super. In ein paar Gehminuten erreicht man alles, was es zu sehen gibt.

Innenhof „Hotel Frontveste“

Ziemlich stylisch: Der Frühstücksraum

Das Bad in unserem Doppelzimmer

Wirklich zuvorkommend: für mich gab es beim Frühstück immer einen Extra-Teller Obst und Gemüse mit Tofu.

Thüringen Card

Dank der Thüringen Card kann man auch in Meiningen einiges gratis bzw. vergünstigt erleben. So ist beispielsweise die Teilnahme an der öffentlichen Führung, der Eintritt ins Schloss Elisabethenburg und der Eintritt ins Theatermuseum inklusive.

Preise und ausführliche Informationen zur Thüringen Card gibt es hier…

Sehenswert in Meiningen

Wir hatten eine exklusive Stadtführung mit einem netten Französischlehrer, der in Meiningen geboren wurde und uns daher viele Geheimtipps nennen konnte und uns Ecken zeigte, die wir auf eigener Erkundungstour sicherlich niemals gefunden hätten.
Unser Stadtführer hat so eine Liebe zu seiner Heimat ausgestrahlt, dass die knapp 2-stündige Führung nicht nur interessant sondern auch wirklich angenehm war.

Im Rahmen der Führung haben wir uns auch Teile des Schlosses anschauen können, darunter auch die im Schloss mit untergebrachte Schlosskirche. Anschließend haben wir noch einen Kaffee im wohl schönsten Barockcafé Deutschlands bestellt dem ‚Turmcafé im Hessensaal‘.

Zum Spazierengehen und Enten füttern mit dem Junior waren wir im Englischen Garten, welcher sich um das Meininger Staatstheater herum befindet und im Park um das Schloss Elisabethenburg. Dank der restlichen weißen Schneepracht durften wir hier ein richtiges Winter-Wonderland genießen.

Ich habe das Theatermuseum „Zauberwelt der Kulisse“ besucht, in dem die Geschichte des ‚Theaterherzogs‘ Herzog Georg II von Sachsen-Meiningen gewürdigt wird. Hier lag die Keimzelle der modernen europäischen Theaterarbeit. Wow! Vielleicht sagen ja dem ein oder anderen die ‚Meininger Prinzipien‘ sogar etwas.

Trotz den vielen tollen Programmpunkten hatten wir sogar noch Zeit um einfach ein bisschen durch die Straßen und Gassen Meiningens zu schlendern und unzählige Fotos zu machen.

Hier kommt eine Übersicht dieser Fotos, die hoffentlich einen guten Eindruck in eine wirklich rundum gelungene Reise wiedergibt:

Oma, die schönerweise wieder mal mit auf der Reise war durfte im Meininger Staatstheater eine Vorstellung von ‚Cosi fan tutte‘ genießen, welches allein schon wegen dem wunderschönen Theatersaal das absolute Highlight der Reise für sie war.

Und weil all das noch nicht genug Theater war, durfte ich eine exklusive Führung hinter die Kulissen des Meininger Theaters mit einem der Bühnenmeister erleben. Ich habe spannende Einblicke bekommen, die einem normalen Theatergast eigentlich verwehrt bleiben. Sicherlich werde ich eine nächste Theateraufführung (egal wo) mit ganz neuen Augen sehen. Unfassbar, war für eine Leistung hinter der Bühne erbracht wird – natürlich auch auf der Bühne.
Das große Haus mit 726 Sitzen ist eine schöne Mischung aus alter Tradition und moderner Technik und beeindruckt auf jeden Fall schon alleine durch das wunderbare klassische Ambiente im Inneren des Theatersaals. Ich war schon ein bisschen neidisch, dass ich meine Theaterkarte an Oma abgegeben und selbst den Junior gehütet habe am Abend zuvor. Aber da ich ihr unendlich dankbar bin für ihre Unterstützung ist es doch nur fair, wenn die beste Oma der Welt einen wunderschönen Abend haben kann von dem sie ganz beflügelt zurück ins Hotelzimmer kommt und aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus kommt…

Impressionen meiner Theater-Führung:

Fazit Meiningen

Wir hätten es auf jeden Fall noch einige Tage ausgehalten. Gerade mit Kind kann man in einen einzelnen Tag sowieso nicht allzu viel Programm quetschen und ist im Umkehrschluss auch gezwungen die Dinge gemütlich anzugehen. Genau das macht unsere Art zu Reisen im Moment aber auch wunderbar. Entschleunigung ist Programm. Eine Großstadt wäre hierfür eventuell das falsche Ziel aber eine Stadt wie Meiningen, die irgendwie alles bietet, was man für ein paar schöne Tage Auszeit braucht ist da genau richtig. Man darf keine Shopping-Metropole oder dergleichen erwarten, auch wenn es durchaus eine Fußgängerzone mit ein paar netten Läden gibt.

In Sachen Abendprogramm kann man sich auf Kneipen konzentrieren oder eben doch lieber etwas schicker ins Theater gehen und dort eine Vorstellung genießen. Oder man lässt es sich in einem der gemütlichen Restaurants gut gehen. Wir hatten von allem ein bisschen und sind fast ein bisschen wehmütig von Meiningen weg gefahren obwohl die Reise an sich für uns ja noch gar nicht beendet war, denn es ging direkt weiter in die Rhön. Dazu dann in den nächsten Tagen mehr.. Mein ganz klares Fazit heißt daher: Meiningen? Unbedingt.

Und soll ich mal ganz ehrlich sein?! Meine Heimatstadt Neu-Ulm stinkt da optisch ganz schön gegen ab… Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Heimat und es gibt auch hier tolle Ecken. Umziehen würde ich auch nicht wollen, aber ich muss doch zugeben, dass Meiningen hübscher ist. Punkt.

Wir haben fest im Auge irgendwann im Sommer noch einmal wieder nach Meiningen zu kommen. Wir möchten im Barockcafé auf der Terrasse in der Sonne sitzen, im Turmcafé der Kirche Kuchen essen und ein Stück im großen Haus des Staatstheaters sehen. Unbedingt!

Lustig, in Meiningen gibt es eine Neu-Ulmer Straße…


What´s next?

Im Anschluss an Meiningen ging es für uns weiter in die Rhön (Zum Artikel…) und nach Erfurt bzw. Leipzig.

Kurz nach unserer Rückkehr nach Hause hat es sich übrigens schon ergeben, dass wir zwar nicht Meiningen aber immerhin Thüringen in diesem Jahr noch einmal besuchen werden und dabei die wunderschönen „Hainichhöfe Premiumchalets“ unser Zuhause nennen dürfen. (Zum Artikel…)Thüringen, wir kommen wieder! Es gibt noch so viel zu entdecken!

Ich habe mir übrigens fest vorgenommen die beiden anderen Partnerstädte (Trissino und Bois Colombes) meiner Heimatstadt ebenfalls einmal noch zu besuchen. Ich bin gespannt was mich dort erwartet. Dieses Jahr werde ich es jedoch vermutlich nicht mehr schaffen. Unser Reiseplan ist einfach schon zu voll.

Auf jeden Fall wissen wir jetzt, dass es sich lohnen kann eine Partnerstadt als Reiseziel zu wählen. Probiert es doch mal aus!

Vegtastische Grüße!

Sabrina

 

## KOOPERATION: Ich danke der Thüringen Tourismus GmbH für die Einladung nach Thüringen. Es hat uns ganz ausgesprochen gut gefallen und die Organisation war super!

 

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Vegtastisch

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Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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2 thoughts on “Auszeit in Meiningen in Thüringen: Warum es sich lohnen kann Partnerstädte zu besuchen

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