Mit „Das große Los“ jeden Abend in einem anderen Land sein

Und schon wieder habe ich ein Buch über das Reisen gelesen. Oh man, und das mit meinem Dauerfernweh. Obwohl ich ehrlich zugeben muss, dass die Ereignisse rund um den 13. November in Paris mich schon sehr nachdenklich gemacht haben bezüglich der Reiserei. Wo ist man sicher? Wohin kann man reisen? Ich bin gespannt, wie es weitergeht in der Welt. Ich liebe diese schöne Welt und ich möchte noch ganz viel davon sehen. Aktuell habe ich aber eher ein bisschen Schiss vor meinen nächsten Reisen. Menno, das darf nicht sein. #fuckterrorism

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Das große Los„, zwischenzeitlich Spiegel Bestseller, ist ein richtig schönes Reisetagebuch von Meike Winnemuth. Erschienen ist das Buch im Juli 2014 im btb Verlag. Das Buch kostet 9,99 Euro als Taschenbuch.

Zunächst hatte meine Mutter das Buch gelesen und mir davon erzählt. Mehr oder weniger durch Zufall kam ich an ein sehr günstiges Mängelexemplar für 2 Euro und kaufte es einfach. Umso mehr freute mich, wie sehr mich das Buch positiv überrascht hat. Eigentlich war ich gerade mitten im Buch „Du kannst schaffen, was du willst“ von Jan Becker. Ich habe es aber für „Das große Los“ beiseite gelegt, weil es sich als Bettlektüre leider nicht so eignet.

Ganz anders dagegen „Das große Los“ – perfekte Bettlektüre. Mit Meike Winnemuth, die sehr ehrlich und sympathisch schreibt war ich jeden Abend vor dem Einschlafen in einem anderen Land unterwegs. Ein Land ist immer ein Kapitel. Nicht zu kurz und nicht zu lang schildert sie in Form von Briefen an Freunde und Familie was sie alles auf ihrer einjährigen Reise erlebt. Ein Brief-Kapitel geht beispielsweise an Jonas, der bei „Wer wird Millionär“ ihr Publikumsjoker bei 500.000 Euro war. Ihm erzählt sie in ihrem Brief über den Reiseteil Äthiophien. Frau Winnemuth schreibt einfach schön und sehr realistisch. Und vor allem ehrlich. Jedes Wort fühlt sich ehrlich an. Das ganze Buch liest sich einfach wunderbar.

 
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Zum Buch kam es, nachdem Frau Winnemuth bei „Wer wird Millionär“ eine halbe Million Euro gewann und darauf hin beschloss zu Reisen. Beneidenswert.
Ich glaube, dass würde ich auch so machen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich nicht solo bin und daher meinen Schatz einfach mitschleppen würde. So geschehen zum Beispiel auch auf meiner letzten Bloggerreise nach Spanien (zum Reisebericht). Wobei ich ganz ehrlich zugeben muss, dass alleine reisen etwas ganz wundervolles ist. Ich kann jeden Satz im Buch komplett nachvollziehen. Meine große Solo-Reise durch Thailand vor zwei Jahren hat mich und die Einstellung zum Reisen auch komplett verändert. Mein schönes Stoff-Lesezeichen stammt übrigens vom Nachtmarkt in Chiang Mai (wundervollste Stadt im Norden Thailands).

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Offizielle Buch-Beschreibung des Verlags: „Sie wollte eigentlich bloß finanziell ein bisschen unabhängiger sein. Mehr dürfen, weniger müssen. Deshalb hat Meike Winnemuth, 52, erfolgreiche Journalistin, überhaupt nur bei »Wer wird Millionär« mitgemacht. Zu ihrer Verblüffung räumt sie groß ab: 500.000 Euro. Und nun? Einfach weitermachen wie bisher? Sie entscheidet sich, ein Jahr frei zu nehmen und um die Welt zu reisen. Doch was passiert, wenn man wirklich alles darf? Weiß man dann, was man will? Wie ist es, wenn man das Leben führt, von dem alle träumen? Meike Winnemuth erzählt von einer unglaublichen Reise in 12 Städte auf allen Kontinenten: Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba, Havanna. Vor allem aber erzählt sie davon, was die 12 Monate und 12 Städte mit ihr gemacht haben – und dass man definitiv keine halbe Million braucht, um glücklich zu werden, sondern etwas ganz anderes.“

Das Buch hat 336 Seiten, die ich innerhalb von genau 14 Tagen gelesen hatte. 12 Reiseländer + 1 Kapitel vor und ein Kapitel nach der Reise. In den meisten der Länder bzw. Städte war ich selbst auch noch nicht (leider). Meike hat in jeder ihrer Reisestationen immer gleich einen ganzen Monat verbracht. Und einen Blog hat sie auch noch geführt während dieser Zeit. Dieser ist eine wirklich tolle Ergänzung zum Buch. Viele Fotos und noch mehr Geschichten.

Die Reisestationen

Sydney, Australien
Buenos Aires, Argentinien
Mumbai, Indien (hier war ich nur mal einen Tag am Flughafen und habe nur einen Hauch einer Ahnung, wie es vor den Flughafentüren abgehen muss. Verrücktes Land.)
Shanghai, China
Honolulu, Hawaii
San Francisco, USA
London, Grossbritannien (im siebten Monat also endlich eine Stadt, in der ich auch schon war und auch schon bald wieder sein werde)
Kopenhagen, Dänemark
Barcelona, Spanien (Ich liebe diese Stadt und war in diesem Jahr selbst schon zweimal dort. Im Mai direkt in Barcelona und im Oktober nochmals für eine Bloggerreise.)
Tel Aviv, Israel
Addis Abeba, Äthiophien
Havanna, Kuba

Besonders schön fand ich beispielsweise das Kapitel über Kopenhagen. Dieses Kapitel war ganz besonders ehrlich geschrieben. Sehr poetisch und mit Gänsehaut-Momenten. Ich musste sehr oft beim Lesen einfach lächeln.

Dagegen muss ich aber auch zugeben, dass Meike es sich im ersten Kapitel fast mit mir verscherzt hätte. Denn sie probiert Känguru-Fleisch in Australien und schwärmt in den höchsten Tönen davon. Das lies mein kleines Veganer-Herz natürlich überhaupt nicht gern…

Jedes Kapitel ist irgendwie anders und befasst sich mit anderen Themen, die in Meikes Kopf herumschwirren. In Barcelona beispielsweise sind ihre Gedanken viel bei ihrem Job als Journalistin und der Frage, ob man eigentlich eine feste Home-Base braucht. Könnte man nicht das ganze Leben auf Reisen sein und von unterwegs arbeiten?

Das Thema Minimalismus spielt auch eine Rolle. Wenn man ein Jahr aus dem Koffer lebt erscheint vieles, das man besitzt überflüssig. Man braucht es einfach nicht. Kein Wunder, dass Meike zuhause angekommen erst einmal ihren Kleiderschrank mistet und sich von Stücken aus ihrer (viel zu großen) Wohnung in Hamburg trennt.

Angereichert ist das Buch mit schönen Fotos und privaten Notizen. Nach jedem Kapitel gibt es 10 Punkte, die Meike im jeweiligen Monat gelernt hat. Hierbei wird eins deutlich: Dankbarkeit – und es ist schön, Meike auf ihrem Weg zu begleiten als Leser.

Mir ist aufgefallen, dass es am Ende des Buches keine Danksagung gibt. Man kennt es normalerweise von Büchern, dass hinten noch seitenweise Namen zu lesen sind ohne die das Buch nie möglich gewesen wäre. Von Eltern bis Verlegern wird hier jedem gedankt. Nicht so in „Das große Los“, und das finde ich auch gut so. Einzelnen Personen dankt Meike bereits in den Kapiteln durch die Blume und ganz ehrlich am meisten Danken kann die Autorin sich selbst. Ganz großes Lob für dieses tolle Buch!

Am Ende des Buchs gibt Meike 10 Tipps für Weltreisende. Schon oft habe ich von Reisebloggern und Digitalen Nomaden gelesen, dass sie sich ein kostenfreies DKB-Konto geholt haben (Kreditkarte ist auch kostenlos und weltweit kostenlos Geld abheben!). Die DKB ist eine von Meikes Tipps – es muss also was dran sein. Weitere Infos:  DKB Cash Kontoeröffnung

Weitere hilfreiche Produkte, die Meike im Buch erwähnt, habe ich hier für euch aufgelistet:

Eagle-Creek-Koffer

Ziploc-Bags

Apple Macbook Air

Kindle E-Reader

Digitalkamera

iPhone

bose Kopfhörer

Bei Amazon habe ich übrigens gerade entdeckt, dass Meike Winnemuth bereits ihr zweites Buch geschrieben und im August 2015 herausgebracht hat: „Um es kurz zu machen:Über das unverschämte Glück auf der Welt zu sein“. Ich bin gespannt! Das zweite Buch erschien im Albrecht Knaus Verlag und kostet 16,99 Euro in gebundener Version. Meike Winnemuth ist mit diesem Buch aktuell auf Lesereise (Termine).

Normalerweise stelle ich auf meinem Blog eher Bücher über Veganismus vor. Aber mal ehrlich, das Reisethema ist doch auch ganz schön. Zuletzt habe ich daher #10Tage und Off the Path vorgestellt, beides Reisebücher.

Als nächstes werde ich „Du kannst schaffen, was du willst“ weiterlesen. Auf meinem Nachttisch liegt aber noch ein großer Stapel weiterer Bücher, als wer weiß für welches Buch ich mich heute Abend spontan entscheide. Das nächste Buch geht auf jeden Fall auf Reisen mit mir. Übermorgen geht es los nach Berlin und Anfang Dezember nach London. Vorfreude!

Habt ihr Buchvorschläge für mich? Immer rein damit in die Kommentare!

Vegtastische Grüße!

Sabrina


[shariff]

Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
Vegtastisch

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