Minimalismus als Form der Nachhaltigkeit

Wenn man Urlaub in einem schönen Hotel macht fühlt man sich meist in dem Hotelzimmer sehr wohl. Doch woran liegt das? Sicherlich ist ein Einflussfaktor, dass es eine Putzkraft im Hotel gibt, welche täglich die Zimmer reinigt und das Bett frisch bezieht. Doch das allein kann noch nicht alles sein.

Vielleicht ist das Zimmer an sich auch der Grund. Ein schönes hohes Boxspringbett, große Spiegel, angenehmer Duft und viel Platz. Und eigentlich nur ganz wenig Gegenstände im Zimmer. Normalerweise reist man gerade mal mit einem Koffer voller Kleidung und Schuhen an. In den Urlaubswochen lebt man in seinem Zimmer also irgendwie ziemlich minimalistisch. So zum Beispiel auch die schönen Zimmer im Mas Salagros Resort in Vallromanes, Spanien. Dort war ich im Oktober zu einer Bloggerreise. Genau dieser Minimalismus könnte aber auch Zuhause der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden sein.

Unser Bett

Zuhause in unseren eigenen vier Wänden horten und sammeln wir über Jahre hin weg unendlich viel Zeug an. Sicherlich misten wir ab und an etwas aus, zum Beispiel wenn wir umziehen. Dennoch fällt es uns meist schwer uns von Dingen zu trennen, die wir eventuell doch nochmals irgendwann brauchen könnten.

Wir konzentrieren uns zu wenig auf die Dinge, die uns wirklich wichtig sind. Wir leben in einer konsumorientierten Überflussgesellschaft und wir shoppen durch Modeläden und schmücken uns und unser Zuhause mit allerlei materiellen Dingen, anstatt Bewusstsein für ein glücklicheres Leben zu schaffen. Mal ehrlich: Am Ende macht uns das ganze Shoppen auf Dauer auch nicht wirklich glücklicher oder?

Wir kaufen ständig die neueste Mode, neuen Technikkram und bunte Wohnaccessoires. Wirklich brauchen tun wir die Dinge meist nicht. Gerade bei einem vollen Kleiderschrank bedeuten viele Kleider auch viele Möglichkeiten sich entscheiden zu müssen, und das mindestens einmal täglich.

Einige der erfolgreichsten Menschen, wie beispielsweise Mark Zuckerberg (Gründer von Facebook) oder US-Präsident Barack Obama tragen immer das Gleiche. Sie sind fest davon überzeugt, dass das menschliche Gehirn nur eine gewissen Anzahl an Entscheidungen pro Tag treffen kann. Die morgendliche Frage, was ich heute anziehe zählt bereits auf dieses Konto der täglichen Entscheidungen. Bei nur fünf Oberteilen im Schrank wird die Qual der Wahl deutlich erleichtert. Man verbringt automatisch weniger Zeit vor seinen Kleiderschrank und hat mehr Zeit und Muse für wichtigere Entscheidungen, die an diesem Tag noch folgen werden.
Auch im Urlaub im Hotel hat man meist nur ein paar Stücke im Schrank und kommt daher viel schneller zu einer Entscheidung. Weniger Dinge bedeuten weniger Stress.

Stichwort Minimalismus: Minimalismus muss nicht automatisch heißen, dass man unter seinen Verhältnissen oder spartanisch lebt, sondern dass man bewusster und kritischer mit Konsum umgeht und seinen Kopf und seine Wohnung frei von allem Überflüssigen macht.

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Es ist Zeit auszumisten. Werde alles los, was du in den letzten 12 Monaten nicht benutzt hast. Je weniger vorhanden ist, desto leichter fällt es Ordnung zu halten. Also einfach mal ran an den Kleider- oder Schuhkasten und weg mit dem alten Zeug! Alles, was gut erhalten oder Markenware ist, kann man verkaufen.

Und danach wird nur noch gekauft was auch wirklich benötigt wird. Viele Menschen sind sehr impulsiv, wenn es ums Shoppen geht, da häufig immaterielle Wünsche durch den Besitz materieller Güter befriedigt werden. Dabei ist es eigentlich viel schöner sich ein richtig tolles Stück zu leisten an dem man lange Freude hat, statt viel Schrott im Billigladen zu kaufen. Das gilt für Kleidung genauso wie für Wohngegenstände. Qualität vor Quantität.

Ist man erst einmal richtig in Fahrt gekommen beim Ausmisten kann die ganze Aktion viel Spaß und neuen Wind bringen. Unter Umständen lief das Ausmisten so gut, dass die Schränke zuhause nur noch halb so voll sind wie vorher. Höchste Zeit über neue Möbelstücke nachzudenken und die alten Teile beispielsweise über Ebay-Kleinanzeigen zu verkaufen oder bedürftigeren Menschen zu spenden.

Das Ausmisten muss nicht nur die Wohnung oder den Kleiderschrank betreffen. Auch eine aufgeräumte Benutzeroberfläche des PCs ist genauso wichtig wie ein aufgeräumter Schreibtisch. Die Aktion verhilft zu Kreativität und mindert Stress.

Beim Ausmisten sollte man nicht nur über seinen Konsum nachdenken, sondern auch über sich selbst. Den Kopf öfter abschalten und freimachen. Wir sind alle fleißige Arbeitsbienen und achten deshalb oft zu wenig auf das, was uns wirklich gut tut.

Natürlich tut uns ein Urlaub fernab der Heimat gut, weil wir einen Tapetenwechsel haben und mal wieder etwas anderes zu sehen bekommen. Jedoch kommt die Entspannung oft auch durch die Tatsache, dass wir nur mit einem Koffer unterwegs sind und alles andere erst einmal hinter uns lassen.

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Dieser Artikel erschien in ähnlicher Form im November 2015 im Pocket Magazin Ulm im Rahmen meiner Kolumne zum Thema Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit auf Reisen

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Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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2 thoughts on “Minimalismus als Form der Nachhaltigkeit

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