Veganer-Bonus bei Krankenkassen: Gibt es das?

Für die Anhänger einer veganen Ernährung klingt es sicher verlockend: Wer auf tierische Lebensmittel verzichtet, erhält von seiner Krankenkasse einen Bonus oder einen Nachlass auf den Versicherungsbeitrag. Doch eine vegane Ernährung wird nicht von allen Gesundheitsbehörden empfohlen. Wie also ordnen die Kassen und die privaten Krankenversicherer diese Form der Ernährung ein?

Was versteht man unter veganer Ernährung?

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung definiert vegane Ernährung als eine strenge Variante der vegetarischen Ernährung. Bei veganer Ernährung nimmt man pflanzliche Lebensmittel zu sich. Jegliche Art von tierischen Lebensmitteln oder auch Zusatzstoffen sind verboten. Dazu gehört zum Beispiel auch Honig, weil an seiner Herstellung Bienen beteiligt sind. Veganer nutzen außerdem keine Gebrauchsgegenstände, die in irgendeiner Form von Tieren abstammen wie Leder, Felle oder Wolle.

Es gibt keine aktuellen Angaben darüber, wie viele Menschen sich deutschlandweit vegan ernähren. Abhängig von der Art der Untersuchung und von den Prämissen schwankt der Anteil zwischen 0,1 Prozent und einem Prozent. Im Jahr 2015 hat der Vegetarierbund beispielsweise eine Studie veröffentlicht, nach der sich über ein Prozent der Menschen in Deutschland vegan ernähren. Unabhängig davon gehen Mediziner und Wissenschaftler davon aus, dass eine vegane Ernährung für kleine Kinder nicht zu empfehlen ist. Auch ältere Kinder und Jugendliche sollten sich nicht streng vegan ernähren, das Gleiche gilt für schwangere Frauen. Man geht davon aus, dass eine ausgewogene Mischkost in diesen Phasen des Lebens für die umfassende Versorgung mit allen Vitaminen und Mineralien ideal ist.

Wie steht die PKV zur veganen Ernährung?

Schaut man sich die Tarife in der privaten Krankenversicherung an, fällt eine unglaubliche Vielfalt auf. Die Versicherer haben das Recht, ihre Versicherungsbedingungen weitgehend selbständig festzulegen. Dadurch unterscheiden sich die Leistungen der privaten Versicherer zum Teil erheblich voneinander. Gerade im Vergleich zur GKV wird das deutlich, denn dort ist der Leistungskatalog vom Gesetzgeber vorgeschrieben, so dass sich die Kassen nur durch Bonusprogramme voneinander differenzieren. In der PKV ist das etwas anders, dadurch ist die Tariflandschaft äußerst komplex und vielschichtig.

Trotzdem spielt die vegane Ernährungsform in der privaten Krankenversicherung bisher eher eine untergeordnete Rolle. Bisher gibt es keinen Versicherer, der sie uneingeschränkt unterstützt oder sogar Bonusprogramme für Versicherte anbietet, die sich gerne ohne Fleischerzeugnisse ernähren. Ob sich das in Zukunft ändert, bleibt abzuwarten. Hintergrund dürfte sein, dass sich Mediziner und Ernährungswissenschaftler nicht durchgängig darüber einig sind, ob eine vegane Ernährung wirklich bedenkenlos zu empfehlen ist oder nicht. Solange es hier keine eindeutig vorherrschende Meinung gibt, dürften sich die privaten Versicherer eher verhalten zeigen.

Wie fördert die GKV eine vegane Ernährung?

Die BKK ProVita war in Deutschland die erste gesetzliche Krankenkasse, die sich für eine vegetarische oder eine vegane Ernährung ausgesprochen hat und die ihre Mitglieder entsprechend unterstützt hat. Die Kasse bietet neben einer umfangreichen Beratung und Online-Kochkursen auch ein Bonusprogramm für alle an, die sich pflanzlich ernähren. Möglich ist ein Bonus von bis zu 200 Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine Kostenübernahme von maximal 50 Euro im Jahr für die Teilnahme an Koch- und Beratungskursen oder für den Kauf von veganen Kochbüchern. Ein Nachlass auf den regulären Beitrag räumt die Kasse nicht ein. Ein solcher Rabatt würde gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen. Damit hebt sich die BKK ProVita trotzdem von vielen anderen Kassen ab, die einer veganen Ernährung eher vorsichtig gegenüberstehen. Mehr dazu in diesem Interview mit der BKK Provita.

Auch die pronova BKK unterstützt Versicherte, die sich ohne tierische Lebensmittel ernähren wollen. Allerdings bietet sie kein Bonusprogramm an.

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Vegtastisch

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