Der Schillerstein bei Blaubeuren ist ein steinerner Torbau auf dem Hörnle (669 Meter), errichtet 1905 zum 100. Todestag von Friedrich Schiller. Vom Parkplatz sind es rund 15 Minuten zu Fuß, der Besuch ist kostenlos und jederzeit möglich. Von oben schaust du über das Blau- und Achtal auf Blaubeuren, gegenüber liegt die Ruine Rusenschloss. Für kleine Kinder ist das Ziel wenig spannend — für alle, die einen ruhigen Aussichtspunkt suchen, ist es einer der schönsten der Umgebung.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
- Wo: Hörnle bei Blaubeuren, Alb-Donau-Kreis — rund 20 Kilometer westlich von Ulm
- Höhe: 669 Meter
- Eintritt: kostenlos, frei zugänglich, keine Öffnungszeiten
- Gehzeit: etwa 15 Minuten ab Parkplatz
- Weg: Wald- und Schotterweg, die letzten rund 100 Meter steil und steinig
- Kinderwagen: das Schlussstück ist dafür zu steil und zu steinig
- Errichtet: 1905, zum 100. Todestag Friedrich Schillers
- Einkehr: Waldgaststätte Zum Schillerstein — Stand August 2026 geschlossen, große Baustelle
Wie es bei uns war
Ich bin an einem heißen Augusttag spontan losgefahren. Ich wollte etwas, wo ich nicht weit laufen muss, wo es eine gute Aussicht gibt und wo ich für eine Weile den Kopf frei bekomme. Der Schillerstein hat genau das geliefert.
Der Weg dorthin ist unspektakulär und angenehm: Wald, Schotter, viel Schatten. Erst auf den letzten hundert Metern wird es richtig steinig und steil — kurz anstrengend, dann steht man oben.
Und oben ist es beeindruckend. Der Stein ist ein monumentales Ding, viel größer, als man es mitten im Wald erwartet. Der Blick hinunter auf Blaubeuren ist wirklich toll. Eigentlich wollte ich mich mit meinem Buch hinsetzen und eine Weile bleiben — der Platz ist perfekt dafür, für eine kleine, ruhige Auszeit ganz für sich allein.
Ehrlich zur Zielgruppe: Für Kinder ist hier wenig zu holen. Es gibt keinen Spielplatz, nichts zum Anfassen, nichts zu entdecken. Ein Stein, eine Aussicht, Ruhe. Für Erwachsene ist genau das der Punkt.

Warum der Stein so wuchtig aussieht
Wer vor dem Schillerstein steht, denkt unwillkürlich an größere Denkmäler — und das hat einen Grund. Er stammt aus einer Zeit, in der in Deutschland reihenweise so gebaut wurde: massiv, blockhaft, aus Naturstein, möglichst auf einer Anhöhe.
Der Schillerstein wurde 1905 aufgestellt, zum 100. Todestag Friedrich Schillers. Acht Jahre später wurde in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht — 91 Meter hoch, 300.000 Tonnen schwer, dieselbe Formensprache in Maximalgröße. Der Schillerstein ist die schwäbische Kleinausgabe desselben Zeitgeschmacks.
Gebaut ist er als Tor: zwei massive Pfeiler mit Kuppelaufsätzen, dazwischen ein Durchgang mit Treppe. Über dem Durchgang sitzt ein Relief mit dem Porträt Schillers, umkränzt von Lorbeer.


Der Weg zum Schillerstein — und die Sache mit der Baustelle
Stand August 2026: Die Waldgaststätte Zum Schillerstein ist geschlossen, dort läuft eine große Baustelle — dem Augenschein nach werden Leitungen verlegt. Auch Google Maps führt die Gaststätte als vorübergehend geschlossen.
Deshalb wird der Verkehr aktuell zum Parkplatz des Friedwalds umgeleitet. Von dort geht es zu Fuß los, und der Weg führt ein Stück durch die Baustelle hindurch. Danach folgt ein angenehmer Wald- und Schotterweg, größtenteils im Schatten. Nur das letzte Teilstück von etwa hundert Metern wird steil und steinig.

Unterwegs stehen Wanderwegweiser mit den Entfernungen. Vom Punkt Oberer Kühnenbuch sind es noch 0,9 Kilometer bis zum Schillerstein und 0,3 Kilometer zum Gasthaus. Von dort ausgeschildert sind außerdem der Bahnhof Blaubeuren (1,6 km), der Marktplatz (2,7 km) und der Blautopf (3,1 km). Wer weiterlaufen will, folgt dem Eiszeitjägerpfad zum Geißenklösterle (3,1 km) oder zur Ruine Günzelburg (5,6 km).

Übrigens: Im Garten der geschlossenen Gaststätte steht ein Esel. Der freut sich über Zuschauer, auch wenn drinnen gerade nichts geht.

Was du von oben siehst
Der Blick geht über das Blautal und das Achtal — das ist die häufigste Verwechslung, mit der Donau hat der Ausblick hier nichts zu tun. Zu sehen sind Blaubeuren, Gerhausen und Weiler, dahinter die Ulmer Alb.


Gegenüber liegt das Rusenschloss. Der Name verspricht mehr, als da steht: Es ist eine kleine Burgruine, kein Schloss. Sehenswert ist trotzdem die Lage — sie thront direkt über dem Tal.

Häufige Fragen zum Schillerstein
Was kostet der Besuch am Schillerstein?
Nichts. Das Denkmal steht frei zugänglich im Wald, es gibt keine Öffnungszeiten und keinen Eintritt.
Wie lange dauert der Aufstieg?
Vom Parkplatz aus rund 15 Minuten. Der größte Teil ist bequemer Wald- und Schotterweg, nur die letzten etwa hundert Meter sind steil und steinig.
Ist der Weg kinderwagentauglich?
Bis kurz vor das Ziel ja, das letzte Stück ist für einen Kinderwagen zu steil und zu grob. Und ehrlich gesagt: Für kleine Kinder gibt es oben wenig zu erleben.
Hat die Waldgaststätte Zum Schillerstein geöffnet?
Stand August 2026: nein. Sie ist geschlossen, dort wird gebaut. Plane also Getränke und Vesper selbst ein.
Warum heißt er Schillerstein?
Das Denkmal wurde 1905 zum 100. Todestag von Friedrich Schiller errichtet. Schiller starb am 9. Mai 1805 in Weimar. Über dem Durchgang sitzt ein Relief mit seinem Porträt.
Was sieht man vom Schillerstein aus?
Blau- und Achtal mit Blaubeuren, Gerhausen und Weiler, dazu gegenüber die Ruine Rusenschloss und dahinter die Ulmer Alb.
Lohnt sich der Schillerstein mit Kindern?
Nur bedingt. Es gibt keinen Spielplatz und nichts zum Entdecken. Für ältere Kinder, die gern wandern, ist es ein schönes kurzes Ziel — für kleine wird es schnell langweilig.
Blaubeuren ist den Abstecher wert
Wenn du schon oben warst, fährst du nicht einfach heim. Blaubeuren ist wunderschön — ein Ort, durch den man einfach läuft, ohne Ziel, und alle zwanzig Meter stehen bleibt.
Das Kloster Blaubeuren
Das größte Bauwerk im Ort und nicht zu übersehen: der grün glasierte Kirchturm des ehemaligen Benediktinerklosters. Der Innenhof ist frei zugänglich, und die Anlage mit Fachwerk, Erkern und den kleinen Türmchen ist für sich schon einen Spaziergang wert.


Die Altstadt am Wasser
Der eigentliche Reiz von Blaubeuren liegt in den Gassen. Die Ach fließt mitten durch den Ort, die Fachwerkhäuser stehen direkt am Wasser, teils mit vorkragenden Obergeschossen und Balkonen voller Geranien.




Und der Blautopf?
Der Blautopf ist das Wahrzeichen von Blaubeuren — die Karstquelle mit dem tiefblauen Wasser. Nur: Im August 2026 lohnt sich der Weg dorthin ehrlich gesagt nicht. Rund um die Quelle laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten, im Mai wurde dafür sogar der Wasserspiegel abgesenkt. Was du siehst, ist vor allem Baustelle.
Das ist kein Grund, Blaubeuren auszulassen — der Ort trägt sich auch ohne. Aber wenn du wegen des Blautopfs kommst, schau vorher nach, wie weit die Arbeiten sind.
Ebenfalls in Blaubeuren und unabhängig von der Baustelle: das Urgeschichtliche Museum (URMU) mit den Funden aus den Eiszeithöhlen der Alb.
Mehr Ziele in der Umgebung findest du in meiner Übersicht Ausflüge und Reisen A–Z. Wenn es regnet, hilft die Liste mit Museen und Schlechtwetter-Tipps rund um Ulm weiter — dort steht auch mehr zu den Eiszeitfunden der Alb. Ein zweites kurzes Ziel in der Nähe ist die Lauschtour Laupheim — ebenfalls unter einer Stunde und ohne Eintritt.
Stand: August 2026. Die Angaben zu Baustelle, Umleitung und geschlossener Gaststätte stammen von einem Besuch am 19. August 2026. Öffnungszeiten und Wegeführung können sich ändern — aktuelle Informationen zur Region gibt es beim Tourismus Alb-Donau-Kreis.