POCKET KOLUMNE: Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche

Nachhaltigkeit spielt auch in der Veranstaltungsbranche eine große Rolle – sollte es heutzutage zumindest!

Veranstaltungen haben einen Effekt auf unsere Umwelt. Sowohl Veranstalter, öffentliche Einrichtungen, Vereine als auch Unternehmen veranstalten jährlich eine Vielzahl der unterschiedlichsten Events. Ob Konzerte, Parties, Festivals, Konferenzen oder Tagungen – Events beeinflussen unsere Umwelt, wenn auch unterschiedlich stark. Dabei sind sowohl positive aber auch negative Auswirkungen gemeint. Bereits die Planung und Organisation von Veranstaltungen sollte den Nachhaltigkeitsaspekt umfassen. Die Überlegungen um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt auf ein mögliches Minimum zu reduzieren sollten sehr früh getroffen werden um effektiv zu sein.

Die Nachhaltigkeit liegt in der Verantwortung des einzelnen Veranstalters. Auch die Kommunikation darüber ist heutzutage von großer Bedeutung. Als positives Beispiel vorangehen – egal in welcher Branche.

Dabei sollte jedoch ganz und gar nicht ab sofort mit zahlreichen Verbots- und Hinweisschildern für die Gäste gearbeitet werden. Stattdessen sollten positive Geschichten gestrickt werden und Emotionen ausgelöst werden. Nachhaltige Alternativen beispielsweise bei der Nutzung von Produkten, welche bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen sind ein Anfang. Braucht es wirklich Plastik-Strohhalme oder Einweg-Geschirr? Müssen es wirklich Gummibärchen aus kleinen Tütchen sein? Brauchen die Gäste wirklich Luftballons?

Ein nachhaltiger Veranstaltungsrahmen

Bereits die Wahl der Location beeinflusst maßgeblich die Umweltverträglichkeit einer Veranstaltung.

Unbedingt sollte in Sachen Verpflegung das Angebot regionaler Erzeuger bevorzugt verwendet werden und saisonale Produkte sowieso. Caterer aus der näheren Umgebung oder gar lokale Foodtrucks können eine tolle Alternative zum bisherigen Groß-Catering sein. So wird neben dem damit verbundenen geringeren Transportaufkommen auch der lange Transportweg an sich reduziert. Mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln, vegetarischen sowie veganen Angeboten, fair gehandelt und biologisch angebauten Produkten transportiert ein Caterer den nachhaltigen Lifestyle auf charmante Weise auf ein Event und bietet damit eine willkommene Abwechslung für die Teilnehmer.

Ein ebenfalls großes Thema bei Veranstaltungen jeglicher Art ist die Umweltbelastung, die durch An- und Abreise der Teilnehmer entsteht. Eine Reduzierung von CO2-Emissionen sollte in den Fokus rücken. Veranstalter könnten ihren Gästen Anreize zur Nutzung öffentlicher und Verkehrsmittel bieten, beispielsweise über eine Kooperation mit dem lokalen Dienstleister.

Natürlich spielt gerade auch der Energieverbrauch bei Events eine große Rolle im Bezug auf die Umweltbelastung. Neben der An- und Abreise von Teilnehmern geht es hierbei um Aspekte wie Heizen und Kühlen, Beleuchten und Beschallen der Veranstaltungs-Location. Ziel sollte eine Kompensation und Minimierung der Treibhausgas-Emissionen sein. Ebenso sind Maßnahmen für einen reduzierten Stromverbrauch wichtig.

Besonders im Punkto Abfallmenge am Veranstaltungsort herrscht sicherlich aktuell noch bei jeder Veranstaltung Handlungsbedarf aber auch Potenzial. Beispielsweise der Einsatz ökologisch vorteilhafter Verpackungen kann hier schon ein erster Lösungsansatz sein. Besonders soll beachtet werden, dass keine Einweg-Verpackungen verwendet werden. Den Gästen sollten unbedingt auch ausreichend getrennte Abfallsysteme zur Verfügung gestellt werden.

Veranstalter sind in der Pflicht Eventteilnehmer zur Reduzierung des Wasserverbrauchs anzuhalten und auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser hinzuweisen. Wasserstops an Sanitäranlagen können den Wasserverbrauch erheblich senken. Bei der anschließenden Reinigung der Location sollten biologisch abbaubare Reinigungsmitte verwendet werden.

Auf unnötiges Promo-Material sollte weitestgehend verzichtet werden oder aber auch eine sinnvolle Alternativen zurück gegriffen werden, die nicht direkt im Anschluss an das Event auf dem Müll landet. Auch die Sinnhaftigkeit hinter Gastgeschenken sollte sorgfältig überdacht und hinterfragt werden.

Nachhaltigkeit bei Events muss nicht zwingend mit höheren Kosten verbunden sein. Beachtet man gewisse Aspekte sind hier teilweise sogar Einsparungen möglich, Stichwort Wasser- und Stromverbrauch.

Verschiedene Online Tools bieten Checklisten, die Veranstalter bei der Planung eines nachhaltigen Events unterstützen.


Dieser Artikel erschien ebenfalls im POCKET Magazin für Ulm und Umgebung im Rahmen meiner monatlichen Kolumne (Ausgabe Oktober).

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Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
Vegtastisch

2 thoughts on “POCKET KOLUMNE: Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche

  1. Joana

    Liebe Sabrina,

    ganz toller, vielseitiger Beitrag zu dem Thema Nachhaltigkeit bei der Eventplanung! Da ich für ein Start-Up arbeite, ist das auch ein super relevantes Thema für mich. Ich empfinde gerade solche Checklisten als extrem hilfreich, weil es so viele Dinge gibt, die beachtet werden müssen – da verliert man den Überblick schnell. Ich finde es super spannend, wie man Nachhaltigkeit nach und nach in alle möglichen Lebensbereiche integrieren kann – und wie viel Spaß das tatsächlich macht. Bei mir persönlich hat das ganze auch durch Veganismus angefangen und wurde durch meinen Job bei einem Start-Up, das sich dafür einsetzt, den Stromverbrauch in Privathaushalten zu verringern, noch verstärkt. Danke für deinen wunderbaren Beitrag, der zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht unbedingt komplizierter oder teurer sein muss!

    Viele liebe Grüße,

    Joana

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