Buch: Karen Duve „Anständig essen – Ein Selbstversuch“

In einigen Büchern zum Thema Veganismus, die ich bisher gelesen hatte wurde das Buch Anständig essen  von Karen Duve positiv erwähnt. Zum Beispiel in „Ich bin dann mal vegan!“ von Bettina Hennig und „Vegan für alle“ von Jan Bredack. Daher wollte ich es schon lange unbedingt selbst lesen. Nun habe ich es endlich geschafft.

karen duve

Ich habe 6 Wochen gebraucht es durch zu lesen. Einerseits lag es auf jeden Fall sicherlich daran, dass ich aktuell sehr viel um die Ohren habe (Veranstaltungen 2014 / Veranstaltungen 2015). Andererseits muss ich aber ehrlich zugeben, dass ich mir die Zeit eigentlich durchaus nehme, wenn ein Buch mich wirklich fesselt. Leider war es diesmal nicht wirklich der Fall.

Das Buch ist gut geschrieben und gut recherchiert aber schon nach kurzer Zeit geht mir die Art der Autorin etwas auf den Keks. Die Idee von Karen Duve ist es, sich jeweils 3 Monate Bio, 3 Monate Vegetarisch, 3 Monate Vegan und 3 Monate als Frutarier zu ernähren bzw. zu leben. Ihre Erfahrungen schreibt sie im Buch nieder. Zwar erhält man im Buch sehr viel nützliche Informationen über den Veganismus, ich als Veganerin muss allerdings zugeben, dass ich nicht verstehen kann wie jemand der sich eingehend mit dem Thema befasst zwischendurch trotzdem immer wieder erwähnen kann, dass der Fleischgeschmack fehlt. Zuviel möchte ich nicht verraten, denn ich will auch nicht sagen, dass das Buch nicht nicht lesenswert sei. Es ist lesenswert. Aber man muss den Inhalt wohl neutral betrachten. Das kann ich leider jedoch nicht. Denn ich bin überzeugt von einer veganen Lebensweise.

Karen Duve hat eine meiner Meinung nach krasse Art zu schreiben. Kritiker mögen es direkt nennen. Die Buchklappe nennt es schonungslos und mit knochentrockenem Humor.

Bereits in der ersten Erzählphase des Buchs, der Bioernährung, wundere ich mich ziemlich schnell darüber, wie viel „Scheiß“ Karen Duve bisher in sich hineingestopft haben muss. Völlig überrascht äußert sie sich über für mich (und das auch schon als ich kein Veganer war) normale Lebensmittel. Sehr gesund hat sie wohl bisher wirklich nicht gelebt.

Da ich gerne abends im Bett lese finde ich den Schreibstil etwas anstrengend. Lange Sätze, teilweise viel Input – auch wenn das zum Ende des Buchs hin angenehmer wird. Das Buch ist definitiv nichts für „Ahnungslose“ in Sachen veganer Ernährung. Sie erzählt auf hohem Niveau und teilweise auch sehr philosophisch. Dies ist ein deutlicher Unterschied zum letzten Buch, welches ich gelesen hatte: „Ich bin dann mal vegan!“ von Bettina Hennig, die sehr umgangssprachlich schreibt. Will man aus einem Buch wirklich Information für sich ziehen anstatt vorrangig nur unterhalten zu werden ist man auf jeden Fall gut beraten mit diesem Buch. Ich persönlich mag die Mischung von Beidem sehr gerne. Man lernt schließlich nie aus. Dennoch soll die Information in einem Roman nicht anstrengend zu lesen sein.

Allemal ist es interessant zu lesen, wie sie die unterschiedlichen Phasen durchlebt. Auch wenn ich ihre Gedanken oft nicht nachvollziehen kann glaube ich trotzdem, dass ein Umstieg auf Veganismus oder auch auf Bio-Ernährung mit Jedem etwas ganz anderes „macht“. Ich jedenfalls kann mit fester Überzeugung sagen, dass ich mit all dem Wissen was ich inzwischen habe, kein Fleisch mehr essen könnte (abgesehen davon, dass ich es mittlerweile sogar echt ekelhaft finde). Karen Duve denkt in diesem Punkt anders… (Ich muss aber auch zugeben, dass ich nicht recherchiert habe ob Frau Duve zwischenzeitlich wieder Fleisch isst usw. – das Buch ist aus dem Jahr 2011.) Allerdings freue ich mich, wenn ich sehe, dass auch ihr neues Buch „Warum die Sache schief geht“ ähnliche Themen behandelt, zumindest schneidet sie dort (laut Pressestimmen) auch wieder Themen wie Massentierhaltung an.

Das 325-seitige Buch „Anständig essen“ erschien 2011 im Galiani Verlag Berlin und kostet 9,99 Euro als Taschenbuch. Toll ist die Auflistung weiterer Literatur bzw. die Literaturhinweise zu Büchern, welche Karen Duve als Informationsquellen für ihr Buch verwendet hat. Sicherlich finde ich hier wieder einige Titel, die auf meine Wunschleseliste wandern.

Fazit: Zum Glück hat jeder Mensch die Freiheit sich selbst eine Meinung zu bilden. Gerade dieses Buch erweckt die unterschiedlichsten Reaktionen, denke ich. Das Buch gehört auf jeden Fall zu denjenigen Büchern, welche offensichtlich viele Veganer kennen. Zumindest kommt mir das so vor, denn der Titel fällt immer wieder in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Sicherlich aber auch deswegen, weil 2012 die Konkurrenz in diesem Thema eher noch geringer war als es eventuell heute der Fall ist.

Leseprobe…

Morgen fange ich wahrscheinlich an ein neues Buch zu lesen. Geht ja schließlich nicht, dass neben meinem Bett kein Buch liegt… Ich denke es wird „Allein unter Gurken“ von Andreas Hoppe werden.

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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3 thoughts on “Buch: Karen Duve „Anständig essen – Ein Selbstversuch“

  1. Pingback: Bücher, aus denen ich mir Inspiration hole – Eine Liste | vegtastisch.de

  2. VeggieViva

    Ich habe das Buch zu meiner noch-vegetarischen Zeit gelesen und es hat mir sehr viel gebracht. Zum einen den Ansporn, dass es auch bei mir noch weiter gehen muss, dass ich als Vegetarierin noch lange nicht zu den „Guten“ gehöre, zum anderen dadurch, dass es ihre persönliche Geschichte war, war mir klar, dass es nicht DEN EINEN veganen Weg gibt, sondern dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen muss. Das nimmt den Druck, gleich „richtig vegan“ sein zu müssen. Und die grundlegenden Infos findet man allemal darin. Für „Fortgeschrittene“ ist Karen Duve da natürlich nch zu unbedarft und vielleicht auch inkonsequent. Mir hat es Mut gemacht.
    Liebe Grüße, VeggieViva

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