Manchmal ist Backen ein Arschloch!

Ich glaube ich hatte schon einmal erwähnt, dass ich besser kochen als backen kann. Finde ich zumindest…

Der heutige Tag hat mich leider mal wieder in meiner Meinung bestätigt. Dabei sollte man meinen es sei kein Hexenwerk ein Backbuch aufzuschlagen und einfach genau das zu tun, was da steht. Fehlanzeige!

Als Backvorlage diente mir das Rezept „Biskuitrolle mit Blaubeercreme“ von Nicole Just aus ihrem Buch „Vegan backen“. Hieraus habe ich vor einiger Zeit bereits „Schwedische Apfeltorte“ gebacken und das hat gut geklappt. Daher war ich guter Dinge.

Angefangen hat alles auch noch ganz gut. Bis zu dem Moment in dem man den Rührteig auf das Blech gießen soll. Von „Gießen“ konnte hier wirklich nicht die Rede sein, denn der Teig erinnerte mich eher an Brotteig. So gut es ging habe ich diese Masse auf dem Backblech mit dem Backpapier verteilt und war überrascht, als mich nach den angegebenen 10 Minuten im Ofen ein richtig schöner Biskuit angelacht hat.

Den Biskuit auf ein Küchentuch zu stürzen war kein Problem. Doch dann ging das Chaos los. Er brach an allen Ecken und Enden beim Einrollen. Augen zu und durch, dachte ich. Erstmal abkühlen lassen und nebenher die Füllung zubereiten.

Hier wird zunächst Agar-Agar mit Wasser aufgekocht. Während dies abkühlt soll man laut Rezept eine Zitrone auspressen, den Saft mit ein paar anderen Zutaten pürieren und die Agar-Agar-Masse unterheben. Masse?! Masse?! In meinem Topf klebt eine Gummischicht, keine „Masse“. Ich versuche also mein bestes die Masse mit etwas warmen Wasser wieder zu einer Masse zu transformieren und verrühre wie beschrieben alles miteinander.

Spätestens beim Reis-Sahne schlagen, die heute einfach nicht fest werden will bin ich mir sicher, dass es nicht mein Tag ist. Trotzdem vermische ich auch diese beiden Massen wie beschrieben miteinander um sie anschließen auf dem Biskuitteig zu verteilen.

Oh je, das heißt, ich muss den Teig nun wieder anfassen… Überraschung, er ist immer noch gebrochen. Es waren keine Mainzelmännchen in meiner Küche um mir den schönen Teig zu kleben. Schade eigentlich.

Gut, Schadensbegrenzung: Ich schichte nun abwechselnd Biskuitteigstücke, Füllungsmasse und Heidelbeeren aufeinander in eine Kastenform. Die kommt dann in den Kühlschrank und ich bin gespannt, was mich morgen dort erwartet. Heute jedenfalls schaue ich da nicht mehr rein…

Ich hatte mich für das Rezept entschieden, weil ich morgen mit meinen Mädels zum Kaffeeklatsch verabredet bin und dort wurde Kuchen mit Beeren gewünscht. Im Buch sieht der Kuchen mit den leckeren Blaubeeren so gut aus. Bei mir leider so:

Dieser Kuchen ist ein Arschloch.

Dieser Kuchen ist ein Arschloch.

Eigentlich weigere ich mich sogar in diesem Fall von „Kuchen“ zu sprechen. Ich kann mir leider nicht einmal erklären, was schief gelaufen ist. Ich weiß nur: Die Mädels wollen morgen Kuchen. Also muss ich wohl leider nochmal ran. Das wird eine kurze Nacht…

Es beruhigt mich allerdings zu lesen, dass es einer Blogger-Kollegin ähnlich erging – LEEINTHEKITCHEN

Ich wünsche euch schöne Träume…

P.S. @Nicole Just: Vielleicht sollte ich einfach mal nach Berlin kommen und einen deiner Backkurse besuchen… Ich glaube du schummelst. 😉

Falls jemand sein Glück versuchen möchte findet ihr hier das Rezept für die Biskuitrolle:

180 g Zucker
180 g Mehl
40 g Sojamehl
2 Msp. Bourbon-Vanillepulver
3 EL neutrales Pflanzenöl
1 TL Apfelessig

Für die Füllung:

2 TL Agar-Agar
1 Bio-Zitrone
400 g Seidentofu (Bioladen)
50-70 g Puderzucker (nach Geschmack)
1 TL Bourbon-Vanillepulver
200 ml kalte aufschlagbare Pflanzensahne
250 g Blaubeeren
3 EL Zucker
2 EL Puderzucker

Für 1 Backblech (35 x 40 cm, 14-16 Stücke) oder 15 cm Springform

Den Backofen auf 200° vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Für den Teig Zucker, Mehl, Sojamehl, Back- und Vanillepulver in einer Rührschüssel vermischen. 100 ml kaltes Wasser, Essig und Öl dazugeben, alle Zutaten mit den Quirlen des 
Handrührgeräts auf höchster Stufe ca. 1 Min. aufschlagen.

Den Teig auf das Blech geben und gleichmäßig verstreichen. Im Ofen (Mitte) ca. 10 Min. backen. Sobald an einem Holzstäbchen kein Teig mehr kleben bleibt, ist der Biskuit fertig.

Ein sauberes Küchentuch mit 3 EL Zucker bestreuen, den 
Biskuit sofort daraufstürzen. Das Backpapier vorsichtig abziehen. Den Biskuit sofort von der Längsseite her mit dem Tuch 
locker aufrollen, dann abkühlen lassen.

Inzwischen 70 ml kaltes Wasser und Agar-Agar verrühren, aufkochen und ca. 1 Min. unter Rühren köcheln lassen. Dann unter Rühren abkühlen lassen. Die Zitrone heiß abwaschen und abtrocknen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Tofu mit Puderzucker, Vanillepulver, Zitronensaft und -schale fein pürieren. Die Agar-Agar-Masse mit einem Schneebesen unterrühren.

Die Sahne steif schlagen und ebenfalls unterheben. Den Biskuit wieder entrollen, die Creme darauf verteilen und dabei einen ca. 2 cm breiten Rand frei lassen. Die Beeren vorsichtig waschen, abtropfen lassen und auf die Creme geben. Den Biskuit mithilfe des Tuches von der Längsseite her aufrollen und mindestens 5 Std. (am besten über Nacht) kalt stellen, damit die Creme fest wird. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben und in Stücke schneiden.

Vegtastische Grüße!

Sabrina

 

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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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3 thoughts on “Manchmal ist Backen ein Arschloch!

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