Benutzt du noch Plastikwasserflaschen? Lass es!

Gestern war Tag des Wassers. Anlässlich dessen habe ich mir gestern den Film Abgefüllt (Prädikat: Wertvoll) von Sunfilm Entertainment / Tiberius auf DVD angeschaut.

Die Zitate auf der Hülle würde ich sofort unterschreiben:
„Die Wahrheit über Wasser in Flaschen“ DC Organic Food Examiner
„Spannende Doku, die über das Milliardengeschäft mit Wasser aufklärt“ Greenpeace Magazin

Eins ist jedenfalls klar: Nestlé, Coca-Cola und Pepsi sind der Teufel!
Die Unternehmen fördern Wasser aus Quellen in ländlichen Gegenden, pumpen dieses kostenlos ab und verkaufen es im Anschluss für teures Geld in Flaschen – sogar an die Bewohner zurück. Leider wird dabei weder auf Nachhaltigkeit noch auf Naturschutz geachtet. So erklärt der Film die Zustände in vielen Teilen Amerikas. Nestlé streitet seit Jahren vor Gericht mit den Bewohnern über die Wasserförderrechte – und gewinnt. Ein verrücktes Gesetz besagt, wer die größeren Pumpen hat darf zuerst pumpen. Die Bewohner sind machtlos.

Zusätzliches Problem ist der Verkauf des Wassers in Plastikflaschen. Das Wasser wird zum 1900fachen Preis von Leitungswasser verkauft (!!) obwohl es genau das gleiche Wasser ist. Abgefülltes Wasser ist der größte Marketingtrick aller Zeiten. Wir alle wurden einer Gehirnwäsche unterzogen, die behauptet das Flaschenwasser wäre besser als unser normales Leitungswasser. Die Plastikflaschen landen am Schluss oft in Seen oder im Meer.

Im Film gibt es eindrucksvolle Bilder zu sehen von ausgetrockneten Feldern aus Gebieten in denen bereits alles Wasser abgepumpt wurde. Es herrscht eine regelrechte Dürre und trotzdem pumpen die Konzerne weiter.

Der 75 minütige Film ist aus dem Jahr 2012 aber das Thema des Films ist aktuell noch brennender denn je: Unser aller Wasser. Bereits vor kurzem als ich das Buch Fast nackt: Mein abenteuerlicher Versuch, ethisch korrekt zu leben von Leo Hickmann (zum Artikel…) gelesen habe und kurz darauf den Film Wasser ist Leben – Flow  gesehen habe habe ich mir Gedanken zu meinem eigenen Wasserverbrauch gemacht (Zum Artikel…). Die größte Veränderung: Ich kaufe keine Plastikflaschen mehr sondern bin nun auf Wasser in Glasflaschen umgestiegen. Doch nachdem ich nun auch „Abgefüllt“ gesehen habe, bin ich mir nicht mehr sicher, ob das ausreicht bzw ob das Wasser in den Flaschen wirklich besser ist als mein ganz normales Leitungswasser. Ich habe beschlossen demnächst einen Wassertest durchführen zu lassen – dies ist möglich über diverse Anbieter. Laut den Stadtwerken Ulm werden regelmäßig Wassertests durchgeführt. Ohne weitere Recherche finde ich diese Ergebnisse jedoch ehrlich gesagt wenig aufschlussreich. Aber ein Satz in der Auflistung ist ganz eindeutig: „Kann direkt aus der Leitung getrunken werden.“ Na also!

Ausführliche Wasserqualitätsberichte für meine Heimatstadt kann ich aktuell leider nur aus dem Jahr 2011 finden.

Es wird behauptet Flaschenwasser sei rein, sicher und sauber – dabei ist es oft ganz normales Leitungswasser. In Wirklichkeit ist Leitungswasser jedoch strenger reguliert als Flaschenwasser! Zudem müssen Städte beim Leitungswasser Gesundheitsstandards einhalten. Dies trifft in Amerika bei Wasserkonzernen nicht zu – sie regulieren sich selbst und wir vertrauen blind.

40% des Flaschenhandels wird mit üblichem Leitungswasser betrieben. Vor allem Coca-Cola verkauft normales Leitungswasser. Der Konzern ist in den Wassermarkt eingestiegen als der Markt für süße Limonadengetränke kleiner wurde.

Plastikflaschen, also PET-Flaschen werden aus Öl hergestellt und enthalten giftiges Benzol, welches ins Wasser übergehen kann. Die Flaschen sind sowohl in ihrer Produktion als auch im Konsum gesundheitsschädlich. Gleiches gilt auch für Plastikverpackungen von Lebensmitteln generell.

Wir werfen täglich 80 Mio Einwegflaschen auf den Müll, 30 Mio davon landen auf der Müllhalde statt im Recycling. In USA gibt es selten Pfandsysteme, da diese von Gemeinden finanziert werden müssen. Flaschenwasser ist eins der größten Umweltprobleme.

Die Bilder sind schrecklich und traurig. Tote Tiere liegen im Strand mit dem Bauch voller Plastikteilchen. Bei Proben werden im Meerwasser mehr Plastikteilchen gefunden als Plankton.

Sauberes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit! Es lohnt sich Filme wie diese bewusst anzuschauen und nachzudenken! Jeder kann seinen Teil dazu beitragen.

Ich nutze zuhause beispielsweise einen Brita Wasserfilter um mein Leitungswasser zu filtern und tausche regelmäßig die Filter aus. Filter können auch direkt in die Hausleitung eingebaut werden. Da ich aktuell noch in einer Mietswohnung lebe ist das erst mal kein Thema für mich aber im Sommer ziehen wir um in ein Häuschen mit Garten und dort werde ich mir über diese Investition definitiv Gedanken machen. Ich werde dann sicher auch einen Wassertest durchführen lassen.
Bis dahin kaufe ich Glasflaschen statt Plastikflaschen und nutze für unterwegs auffüllbare Trinkflaschen.

Tolle Rezepte für abwechslungsreiche Wasser-Drinks gibt es viele und so kann man auch noch zusätzlich Geschmack und Vitamine einbauen.

Außerdem haben wir vor eine Regentonne anzuschaffen um das Regenwasser auffangen zu können um damit den Garten zu bewässern. Leitungswasser ist hierfür eigentlich viel zu kostbar.

Falls jemand noch weitere Tipps hat oder sogar so einen Wassertest bei sich zuhause bereits einmal hat durchführen lassen freue ich mich über Kommentare.

Weitere Bücher und Filme in meiner Sammlung…

Und wer wissen möchte, wie Plastik seinen Weg ins Meer findet schaut am besten hier mal rein:

 

Vegtastische Grüße!

Sabrina

Vielen Dank an Sunfilm Entertainment für die zur Verfügung gestellte DVD.

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Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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5 thoughts on “Benutzt du noch Plastikwasserflaschen? Lass es!

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