Mama Monday: Stillen is ’ne Bitch!

„Stillen kann man lernen.“, „Stillen ist das natürlichste der Welt.“, „Stillen ist nach Schlafen das entspannendste für Mutter und Kind.“ – All solche Aussagen gab es vor der Geburt von meiner Hebamme. Und so beginnt meine persönliche Stillgeschichte.

Ich war mir sofort als ich von meiner Schwangerschaft erfuhr sicher auf jeden Fall stillen zu wollen.

Stillen – ein Problem?

Dass Stillen ein Problem werden könnte hatte ich nicht gedacht. Trotzdem habe ich auf Anraten einer Freundin hin vor der Geburt sogar noch einen Stillkurs besucht. Wusste ich bis dahin nicht einmal, dass es so etwas gibt war ich dann umso überraschter im Kurs auf über 20 Schwangere zu treffen.

An der Uniklinik Ulm findet dieser kostenlose Kurs regelmäßig statt und ist auch immer voll ausgebucht. Der Kurs dauert 2×2 Stunden und beantwortet eigentlich alle offenen (und auch nicht mal gestellten) Fragen.

Stillen klingt kinderleicht. Die Realität läuft dann allerdings nicht bei allen so easy ab.

Nach einer naja, nennen wir es mal „eher holprigen“ Geburt mit ungeplantem Kaiserschnitt waren die ersten Tage mit Baby auch eher chaotisch und ganz anders als erwartet.
Ich war bettlägerig und durfte nicht aufstehen. In der Woche im Krankenhaus war ich also ständig auf Hilfe angewiesen. Von Hebammen, meinen Eltern, meinem Freund. Das hat ganz schon genervt. Und natürlich wollte und musste ich ja fürs Baby da sein, auch wenn ich wegen der OP ganz schön mit mir selbst beschäftigt war um wieder auf die Beine zu kommen.

Ich hätte nichts lieber getan als einfach aufzustehen und mein Baby stundenlang auf dem Arm herum zu tragen. Das ging aber nun mal  nicht. Ganz schon frustrierend. Und in diese sch… Stituation kommt dann auch noch das Thema Stillen, denn da wollte ich nach wie vor unbedingt.

Und wie es das Chaos so mit sich bringt klappte es nicht gleich reibungslos. Im Krankenhaus gibt es wahnsinnig viele Hebammen, die alle ihre ganz eigene Meinung übers Stillen und natürlich auch ihre eigenen Tricks und Tipps haben. Leider verwirrt einen das mehr, als das es hilft. Alle paar Stunden ist Schichtwechsel und eine andere Hebamme redet auf dich ein, packt das Kind am Kopf, packt deine Brust, bringt irgendwelche Hilfsmittelchen an. Es ist schrecklich, was man über sich ergehen lassen muss.

Nach kurzer Zeit waren meine Brustwarzen bereits wund und blutig und ich genervt und auch traurig. Das Baby hat bei allem super mit gemacht. Der kleine Mann war so flexibel und geduldig. Mit Hilfe der Hebammen bekam er auch immer genug Milch von mir aber sobald die Hebammen aus dem Zimmer waren nahm das Chaos wieder seinen Lauf.

Die Lösung für uns: Stillhütchen

Die Rettung brachte schließlich eine Hebammenschülerin, der ich sehr dankbar bin. Ein Stillhütchen. Anfangs noch total skeptisch, da es hieß das Hütchen könne eine „Iritation“ beim Baby auslösen war ich ziemlich schnell sehr froh über dieses blöde kleine Plastikteil.
Ich fand es zwar ganz und gar nicht toll, dass mein Kind ständig beim Trinken Plastik im Mund hatte aber wenigstens konnte er so viel trinken und zwar ohne großen Kampf.
„Stillen is ´ne Bitch“, sagte die Hebammenschülerin und ich gebe ihr so sehr recht. Selbst, dass man will heißt nicht, dass es auch klappt. Und im Kopf muss man es dann auch erstmal zulassen, wenn der schöne Ursprungsplan nicht klappt.

Milch hatte ich mehr als genug von Anfang an. Ich hatte sogar zweimal einen ziemlich heftigen und schmerzhaften Milchstau inklusive Brustentzündung mit fast 40 Grad Fieber. Das passierte allerdings nach dem Krankenhaus zuhause. Ich musste aber wieder zurück in die Klinik um mir Milch abpumpen zu lassen. Dabei kommt man sich vor wie eine Kuh beim Melken leider. Auch so eine Aktion hätte ich davor nicht für möglich oder notwendig gehalten. Doch dann ist man froh über die Abhilfe.

Zuhause haben wir weiterhin das Stillhütchen benutzt und unsere Haushebamme hat uns dabei auch unterstützt. Wichtig ist schließlich, dass das Baby genug zu trinken bekommt und nicht die Frage, ob ich Plastik blöd finde.

Stillen zuhause – plötzlich klappt es

Nach ca 6 Wochen, in denen wir immer mal wieder Stillen ohne Hütchen erfolglos versucht hatten kam der Zeitpunkt an dem ich das Gefühl hatte, das Baby findet das Hütchen nun auch blöd. Es war einfach so ein Bauchgefühl. Baby angelegt, klappt! Wow, einfach so trinkt dieser kleine Schatz nun an meiner Brust. Es tat zwar kurzzeitig wieder etwas weh für mich, aber das nahm ich gerne in Kauf.

Zuhause kann man es sich natürlich auch wesentlich gemütlicher machen als im Krankenhaus. Ein weiches Stillkissen dazu und los geht’s. Unser Stillkissen passt farblich perfekt in unser hübsches Babyzimmer. Dort haben wir eine graue Wickelauflage mit weißen Sternen und das Stillkissen von babymarkt.de welches ich bestellt habe passt ganz toll dazu. Das Stillkissen Marke Julius Zöllner ist ebenfalls grau und hat weiße Sterne aufgedruckt und mit weichen Perlen gefüllt. Der Bezug ist 100 % Baumwolle, kann abgenommen und gewaschen werden. Nicht, dass das das Baby interessieren würde – aber Mama muss sich ja auch wohl fühlen und es schön, praktisch und bequem finden.

Bei Stillkissen gibt es unterschiedliche Ausführungen. Manche sind ganz schön schwer gefüllt und unterschiedliche Formen gibt es auch. Da wir auf zwei Stockwerken wohnen haben wir im Erdgeschoss ein Stillkissen, welches ich von eine Freundin übernommen habe. Dieses ist ziemlich schwer. Damit ich es nicht immer herumtragen muss haben wir oben im Kinderzimmer das hübsche graue Stillkissen liegen. So bin ich flexibler was den Stillort betrifft.

Unser Julius Zöllner Stillkissen von babymarkt.de

Passt perfekt zusammen: Wickelauflagen und Stillkissen

Der Bezug des Stillkissens ist abziehbar und waschbar.

 

Stillen in der Öffentlichkeit

Bisher war ich mit dem kleinen Mann ehrlich gesagt noch nicht so wahnsinnig oft unterwegs und musste irgendwo anders stillen. Letzte Woche waren wir zum ersten Mal gemeinsam shoppen. Bei IKEA. Dort gibt es sogar ein extra Zimmer zum Wickeln und Stillen. Ich war total positiv überrascht – hier können sich viele ein Beispiel nehmen.

Wir haben auch direkt so ein (ehrlich gesagt eher hässliches) Wolkenmobile kaufen müssen, weil der Kleine es dort beim wickeln so angestrahlt hat wie keins seiner bisherigen Spielzeuge zuhause.

Ansonsten waren wir bisher nur bei Freunden und Familie mit dem Kleinen. Dort ist Stillen natürlich gar kein Problem, denn es gibt eigentlich immer irgend ein Zimmer in das man sich zurück ziehen kann.

IKEA bietet ein gemütliches Still- und Wickelzimmer in jedem Einrichtungshaus.

Mütter haltet durch!

Ich bin ziemlich froh und stolz durchgehalten zu haben, denn nun klappt das Stillen wunderbar zum Glück. Ich hätte wirklich sehr ungern auf eine andere Babynahrung umgestellt. Aus meinem Geburtsvorbereitungskurs haben von 10 Frauen über die Hälfte vorzeitig abstillen müssen. Teils wegen Trinkproblemen, teils wegen Krankheiten aber sicher auch ein keines bisschen aus Faulheit und nicht genug Durchhaltevermögen. Ich kann nur jeder Frau raten durchzuhalten, wenn es irgendwie geht. Für das Baby und die Mutter ist Stillen unendlich wichtig. Und wenn ich mich unter meinen Freundinnen so umhöre hat es bei fast niemandem gleich von Anfang an reibungslos funktioniert. Stillen muss man wohl doch erst lernen – sowohl Baby als auch Mutter.

Mehr nützliche Infos rund ums Thema Stillen…

Baby Markt Online-Shop, Ihr Babyfachmarkt für Babyausstattung

In einem weiteren MAMA MONDAY-Artikel hat Bettina Reichhart von Secrets Dessous Fragen zum Thema Still-BH beantwortet.

Gewinnspiel: Kosmetiktäschchen

Für all die ganzen Utensilien, die ich zum Stillen anfangs gebraucht habe, habe ich mir eine kleine Kosmetiktasche zusammen gepackt und diese zusammen mit ein paar Windeln immer mit mir herum geschleppt wenn ich das Haus verlassen habe.

Eine hübsche praktische Kosmetiktasche möchte ich nun auch an Euch verlosen.
Die Kosmetiktasche wurde hierfür freundlicherweise von Binenwerk Ulm zur Verfügung gestellt. Ich verlose die Tasche natürlich ohne Inhalt. Ein kleiner Schminkspiegel ist allerdings enthalten. 

 

Foto: Binenwerk

 

Das Binenwerk ist ein liebevoll gestalteter Laden in Ulm. Auch über den
Dawanda-Shop binen-koenigin sind die Stücke zu erwerben. Schaut doch mal vorbei.

Um zu gewinnen erzähle mir bitte in den Kommentaren was du von Müttern hältst, die in der Öffentlichkeit stillen. Bist du selbst stillende Mama? Dann freue ich mich erst recht über deine Meinung und Erfahrungen.

Teilnahmebedingungen:

  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Die Gewinnbenachrichtigung erfolgt per Email.
  • Der Versand des Gewinns erfolgt im Anschluss per Post.
  • Einsendeschluss: 19.01.2017.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Mehrmalige Teilnahme erhöht die Gewinnchance nicht.

Viel Glück!

Das Gewinnspiel ist übrigens ein Überbleibsl meines Adventskalenders 2016. Wieso die Verlosung damals nicht stattfinden konnte lest ihr hier

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Ich danke Binenwerk Ulm für die Zusammenarbeit für dieses Gewinnspiel und Babyartikel.de für die Unterstützung für diesen Artikel.

Vegtastisch

Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
Vegtastisch

13 thoughts on “Mama Monday: Stillen is ’ne Bitch!

  1. Verena

    Unser Stillstart war recht ähnlich (inkl. StillHütchen ). Seit fast 18 Monaten stille ich nun meinen Sohn und bin immer noch sehr dankbar, damals nicht aufgegeben zu haben.
    Ich stille nicht mehr gerne außerhalb der eigenen vier Wände,da man mit Kleinkind wirklich negativ begutachtet wird. Vor allem von anderen Müttern.
    Wenn ein Kind mit 18 Monaten noch ne Flasche bekommt, ist das völlig normal, aber wehe man stillt noch…..

    Reply
    1. Vegtastisch Post author

      Ui wow und dabei hat dein Schatz bestimmt schon Zähnchen und beißt dich beim Stillen 😉
      Ich bin gespannt wie lang ich Stillen werd. Dankeschön für deinen Kommentar.

      Reply
      1. Verena

        Hatte wirklich Sorge als mit 5 Monaten das Zahnen los ging, aber das war wirklich gar kein Problem.
        Ich kann dir nicht sagen, wie schön es ist ein wuseliges Kleinkind für einige Minuten ruhig im Arm zu halten. Außer beim stillen erlebt man das nämlich nicht 😊

        Reply
  2. Sabine Zota

    Ich finde es toll und das Natürlichste der Welt wenn Mütter ihre Babys stillen. Ich selbst habe 12 Monate gestillt, bis ich wieder zur Arbeit musste. Jede Mama soll und darf auch in der Öffentlichkeit stillen. Ich selbst fühlte mich allerdings nicht wohl, das zu tun. Ich habe die Zweisamkeit, Ruhe mit meinem Bub genossen und konnte mich beim Stillen entspannen. Lieblingsstillposition : im Liegen.

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  3. Meltjche

    Hallo, ich bin noch keine Mutter. Ich finde Stillen ist das natürlichste auf der Welt. Übrigens ein tolles Gewinnspiel & Blog. Ich versuche gerne mein Glück ☺ LG Meltjche

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  4. Miska

    Herzlichen Glückwunsch erstmal zu Deinem kleinen Schatz! Bei meinem Sohn und mir hat das Stillen sofort noch im Kreissaal geklappt und funktioniert bisher, er ist jetzt 10 Monate. Leider bekam ich ca. nach acht Wochen Brustwarzenkrämpfe und hatte schon Angst abstillen zu müssen, auch uns haben Stillhüttchen geholfen, die wir immer noch benutzen müssen, aber egal Hauptsache der Kleine wird satt 😉 In der Öffentlickeit Stillen war für uns nie ein Problem, egal wo, sogar auf der Treppe einer Kirche 😉 habe immer ein Halstuch an, das ich dann darüber lege, dann sieht niemand was. Leider ist Ulm was Babayfreundlichkeit angeht leider nicht sehr gut, vorfallen was Wickelplätze betrifft in Cafés und Restaurants von den öffentlichen will ich lieber gar nicht anfangen, dann lieber im Kofferraum 😉 viel Spaß noch und guten Schlaf!

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  5. Lisa Haifisch

    Das Täschchen ist total hübsch, darüber würde ich mich sehr freuen!

    Ich stille (bzw. stillte, mein Sohn ist mittlerweile 14 Monate alt und wird nur noch zum Einschlafen gestillt) ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit. Grade im Sommer will man ja auch mal einen längeren Ausflug o.ä. machen, und wenn man nicht zwischendurch das Fläschchen geben will, geht das ja gar nicht anders. Nachdem aber in den ersten Tagen nach der Geburt wie bei Dir auch die unterschiedlichsten Menschen ungefragt an meine Brust gefasst hatten (wir hatten auch einen etwas holprigen Still-Start), habe ich da mittlerweile gar keine Hemmungen mehr, diese Schwelle habe ich irgendwie überschritten 😀 Wenn man ein Still-Shirt trägt, sieht man außerdem eh nicht viel von der Brust und da ist dann der Babykopf davor. Ich hab mich eher den anderen Menschen, denen der Anblick unangenehm sein könnte, immer möglichst gut „bedeckt“ und als mein Sohn ein paar Monate alt war und sich leicht von der Umgebung ablenken ließ auch immer ein Mulltuch drüber gebreitet.

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