Buchvorstellung „PLASTIK. DER GROSSE IRRTUM“ von Stefan Schweiger

ANZEIGE

Das Buch Plastik. Der große Irrtum: Vom sagenhaften Aufstieg der Kunststoffe und dem Preis, den wir heute dafür zahlen müssen*, erschien am 18.02.2020 mit 200 Seiten im riva Verlag und kostet in der gebundenen Ausgabe 19,99€.

Der Autor

Stefan Schweiger studierte Politikwissenschaft, Volkskunde und Neuere und Neueste Geschichte. Am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen arbeitete er an zahlreichen Projekten zu Nachhaltigkeit mit und wird in seinem aktuellen Projekt „Plastikbudget“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Inhalt

Das Buch ist gegliedert in „Einleitende Worte über 9 Milliarden unsichtbare Tonnen“, 37 kurze Kapitel, wie sich Kunststoffe nach und nach in unser Leben schlichen und wo uns überall Plastik begegnet, einem „Nachwort“, einer „Zeittafel Plastik“ mit wichtigen Ereignissen in der Kunststoffgeschichte und einem „Literaturverzeichnis“.

Plastik – eine tolle Erfindung

Ich erinnere mich an eine Unterhaltung, bei der ich mich über einen uns allen bekannten Käse lustig machte, der in winzigen Portionen zuerst in Wachs, dann in Folie und dann noch in einem Kunststoffnetz verpackt ist. Meine Tante erzählte mir dann, wie toll man damals diese Erfindung fand. Es war neu, es sah schick aus, es war billig, leicht und praktisch. Die Menschen waren begeistert. Mittlerweile sind Kunststoffe in so gut wie allen Lebensbereichen anzutreffen. In unserer Technik, in der Medizin, aber auch in der Musik.

Besonders interessant fand ich das Kapitel 19 „Auf Plastik spielt die Musik“. Die ersten Schallplatten bestanden ursprünglich aus Schellack, also aus den Ausscheidungen von Lackschildläusen. Für eine Platte benötigte man 300000 Läuse. Die Herstellung war sehr aufwendig und somit auch teuer. Im zweiten Weltkrieg wurde das Material aus Läusen knapp, daher suchte man nach einer Alternative: Die Vinylschallplatte aus Polyvinylchlorid war günstig und schnell in großer Masse herstellbar. So wurde Musik für jedermann erschwinglich.

Von der tollen Erfindung zum Problem

Damals liebte man Plastik, heute weiß man nicht mehr, wohin damit. Es ist überall. In unseren Meeren, auf unseren Straßen, in unseren Shampoos und mittlerweile sogar schon in uns. Es versteckt sich sogar in Zahnpasta. Man denkt, man putzt sich nur die Zähne und gleichzeitig spült man kleinste Kunststoffteilchen den Abfluss hinunter in unsere Gewässer. Laut einer Studie der Umweltorganisation WWF, nimmt jeder Mensch weltweit durchschnittlich bis zu fünf Gramm Mikroplastik pro Woche auf, was dem Gewicht einer Kreditkarte entspricht. 

Im Kapitel 24 „Mikroplastik – der hohe Preis der Reinlichkeit“ schreibt Stefan Schweiger, wie die Menschen unbewusst Mikroplastik produzieren, während sie gleichzeitig denken, sie würden für Sauberkeit sorgen. Als Beispiel nennt er einfaches Laubfegen, wobei sich nach und nach die Kunststoffborsten des Besens am rauen Boden abreiben: „Das, was so konservativ-kleinbürgerlich Ordnung heißt, schafft bei genauer Betrachtung Unordnung und vielleicht sogar Gefahr. Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass man mit Nylonborsten Ordnung schaffen kann.“

Lena’s Fazit zum Buch

Das Buch liefert auf jeden Fall einen detaillierten Einblick in die Geschichte von Kunststoffen, warum sie ein großer Erfolg waren beziehungsweise sind und welche Probleme Plastik in unserem heutigen Alltag mit sich bringt. Obwohl es sehr sachlich ist und viele Informationen enthält, ist es dennoch unterhaltsam geschrieben und man kann dadurch einiges über das Thema lernen. Damals verhalfen Kunststoffe durch ihre positiven Eigenschaften zu großen Fortschritten, jedoch unterschätze man die Auswirkungen auf unsere Umwelt. Heute sucht man nach umweltfreundlichen Möglichkeiten, Plastik zu ersetzen, für eine nachhaltige, saubere Zukunft.


Text und Bilder: Lena Hilger

##KOOPERATION: Dieser Artikel entstand zusammen mit dem riva Verlag. Vielen lieben Dank!

*Es handelt sich um Affiliate-Links zum Amazon-Partnerprogramm.

Vegtastisch