Über 6 Jahre Selbständigkeit – Warum ich mein chaotisches Leben liebe und jetzt sogar einen neuen Titel für mich habe

Ich muss mich manchmal echt selber wundern, wie verrückt und wie unterschiedlich meine Tage sind. Ja sogar innerhalb eines einzelnen Tages ist mein Leben komplett unterschiedlich und ich weiß nie so ganz genau, was als nächstes kommt. Und das ist auch gut so!

Schaut man sich alleine mal die Monate Mai und Juni an (im Mai und Juni hatte ich nämlich jeweils meinen Monats-Rückblick vergessen zu schreiben…) wird einem ganz schwindelig aufgrund der Vielfalt an Themen und Projekten.

Ich habe beispielsweise eine Website programmiert, ich habe eine Crowdfunding-Kampagne für einen Kunden konzipiert, ich habe wahnsinnig viele ganz unterschiedliche Kooperationen gehabt, es gab viele neue Artikel hier auf dem Blog und hinter jedem einzelnen steckte ein komplett anderes spannendes Thema, ich habe Artikel im Auftrag von Kunden geschrieben, ich habe Produktshootings gemacht – sowohl für eigene Projekte als auch für Kunden, ich habe grafische Projekte umgesetzt, ich habe meine neuen Workshop-Themen fürs Herbstprogramm komplett durchgeplant und Termine und Locations organisiert (Coming soon!), ich habe Gewinnspiele durchgeführt, ich hatte Shootings bei denen ich sowohl vor als auch hinter der Kamera stand, ich habe meine eigene Business-Website an den Start gebracht, ich habe meine Steuer für 2018 angefangen, ich habe für Magazine Artikel geschrieben, ich habe diverse (Fach-)Bücher gelesen und einen Online-Kurs belegt, ich habe Interviews gegeben und geführt und wir waren viel unterwegs und auf Reisen – sowohl privat als auch beruflich. Was will ich mehr?!

Selbständigkeit rockt!

Allen, die mit dem Gedanken spielen sich selbständig zu machen kann ich nur sagen: GO FOR IT! Machen ist besser als perfekt! Hört auf zu Grübeln!

Natürlich wird es Tage geben, an denen du keine Ahnung hast wo eigentlich deine Miete jeden Monat herkommt. Aber irgendwie geht es dann doch immer. Es stimmt: Du musst nur wollen! So richtig wollen!

Bei mir ist das so: Zurück in ein normales Arbeitsleben ist KEINE OPTION für mich. Basta!

Wenn ich gefragt werde, wie ich das eigentlich alles mache, weiß ich das selbst meist auch gar nicht so wirklich. Aber ich liebe es! 2013 habe ich mich Selbständig gemacht und es ehrlich gesagt seither nicht einen einzigen Tag bereut.

Ein Glückskeks von 2013 – damals hatte ich mich gerade erst selbständig gemacht…

Ich bin eine ‚Scanner-Persönlichkeit‘

Schuld daran, dass ich jetzt gerade diesen Artikel schreibe ist ein anderer Blogartikel, den ich gerade zufälligerweise im Netz gefunden habe (auf der Suche nach etwas ganz anderem…). Ines Hammer schreibt in dem Artikel darüber, warum Scannerpersönlichkeiten sich nicht nur für EINE Idee entscheiden müssen.

Ich glaube behaupten zu können, dass ich mich noch nie so sehr in einem Blogartikel wieder gefunden habe wie in diesem.

Warum?

Ich habe heute zum ersten Mal gelesen, dass es ernsthaft einen Namen gibt für die Art, wie ich bin. Die Art wie ich ticke. Die Art wie ich arbeite. Die Art wie ich funktioniere. Die Art wie ich durch knalle. Die Art, wie ich schlecht bei der Sache bleiben kann weil schon wieder die nächste Idee da ist. Die Art wie ich ständig Projekte anfange und Angst habe diese nicht fertig zu bekommen. Die Tatsache, dass lauter angefangene Projekte rum liegen. Die Art wie ich manchmal ausflippe und die Art wie ich mich dann auch wieder ein kriege und mir selbst denke „Einen Scheiß muss ich…!“ Wer sagt denn, was ich muss? NIEMAND! Ich bin nämlich mein eigener Boss und zwar schon seit vollen 6 Jahren. Bäm! Also passt auch die Art, wie ich Projekte dann doch abschließe, wenn sie es wert sind. Und wie vielseitig die Projekte sind. Und wie sie am Ende jedes Monats dann doch meine Miete bezahlen.

Ich bin also eine Scannerpersönlichkeit. Verdammt, ist das gut!

Meine Versicherung

Mein persönliches Versprechen an mich selbst lautet, dass ich mir so lange es irgendwie geht keinen festen Job mehr suche. Meine Versicherung hierfür ist ein dickes dickes Notzibüchlein. Dieses ist voll mit Ideen. Jede einzelne Idee, die mir einfällt kommt in dieses Buch. So habe ich die Gewissheit, dass ich noch sehr sehr viele Ideen in petto habe für den Fall, dass ich einmal nicht mehr weiter weiß. Jede einzelne Idee kann jederzeit heraus gezogen und umgesetzt werden. Mir wird nicht langweilig! Ich werde mir keinen Job suchen. Alles ok. Ich liebe es.

Im oben erwähnten Artikel über Scanner-Persönlichkeiten wird übrigens genau dieses Führen eines solchen Buches als Tipp ebenfalls vorgeschlagen. Ich habe also bisher damit unbewusst schon genau das Richtige getan um meine Hummeln im Hintern im Zaun zu halten und nicht befürchten zu müssen eine meiner Ideen vergessen zu können. Es gab Zeiten (da hatte ich noch kein Kind), da lag sogar neben meinem Bett ein Notizblock. Wenn ich nicht schlafen konnte weil ich gegrübelt habe oder mitten in der Nacht mit einer Idee aufgewacht bin hab ich diese sofort aufgeschrieben. So konnte ich direkt beruhigt wieder einschlafen ohne mich krampfhaft an die Idee erinnern zu müssen am nächsten Morgen. Ich schau auf meinen Notizzettel und überlege kurz, ob ich die Idee bei Tageslicht auch noch gut finde. Und wenn ja, dann wir sie behalten natürlich.

Ich habe übrigens auch mal eine Studie gelesen, die besagte, dass die erfolgreichsten Projekte die sind, mit deren Umsetzung man direkt anfängt. Also wenn die Idee und die Lust auf die Umsetzung noch ganz ganz frisch sind. Tja, in der Realität hat man nur gerade dann halt meist wenig Zeit um direkt loszulegen. Aber immerhin ist die Idee nicht verloren.

Meine Notizbüchlein müssen übrigens immer hübsch sein und mich sofort im Laden anspringen. Notizbücher könnte ich quasi ständig kaufen. Lustigerweise komme ich gerade jetzt von IKEA und auch dort landete wieder ein hübsches Notizbuch (diesmal aus Kork) in meinem Einkaufskorb.

Ehrlich gesagt bekomme ich auch hin und wieder Jobs angeboten. Jobs für Festanstellungen und solche Scherze meine ich damit. Diese lehne ich ab. Immer. Aus Prinzip. Weil ich nicht möchte.

Man kann mich jederzeit als Freelancer buchen, kann mir Aufträge geben, kann mich Projekte umsetzen lassen – ABER man wird mich nicht in einen klassischen Job zurück bekommen. Never.

Ebenfalls ist es so, dass ich zwischenzeitlich nur noch Projekte und Aufträge annehme, die zu mir und meiner Einstellung passen. Nachhaltigkeit schreibe ich ganz groß. Ich liebe sinnvolle Start Ups. Ich unterstütze gerne Freunde, die ebenfalls selbständig sind in den verschiedensten Bereichen.

Hat man mich dann erst mal im Boot hänge ich mich voll rein und bin mit vollem Herzblut dabei. Oft sogar ein bisschen zu sehr. Ich kenne dann kein Limit. Meine Mutter ermahnt mich an der Stelle immer, dass ich nicht vergessen soll, dass ich irgendwie meine Miete bezahlen muss…

Solch ein Notizbuch habe ich übrigens auch schon geführt, als ich noch einen festen Job hatte. Nur, dass ich die Ideen damals eben für meine Chefs entwickelt und umgesetzt habe anstatt für mich selbst. Jetzt ist es pure Freiheit!

Manchmal gibt es dann den Moment, da fällt mir selber wieder ein, dass die Arbeit am leichtesten von der Hand geht wenn ich einfach mache. To Do Listen einfach abarbeiten. Augen zu und durch.

‚Machen ist besser als perfekt!‘

Scanner-Persönlichkeit, hach wie gut ich diesen neuen Begriff in meiner Welt finde. An alle Scanner da draußen – weiter so!!

Sieht nach Chaos aus? Ist in Wirklichkeit mein Hirn auf Papier…

Des Scanners nächste Tat…

(Danke Ines Hammer für diese tolle Formulierung!)
Um nun also wieder zu meinen einleitenden Worten dieses Artikel zurück zu kommen erzähle ich am besten mal kurz, was denn die aktuellen Projekte in Umsetzung bei mir sind.

  • VEGAN GUIDE AUGSBURG und Umgebung
    Ja, richtig gelesen. Nachdem meine Heimatstadt Ulm im April einen neuen VEGAN GUIDE bekommen hat, bekommt nun auch Augsburg einen VEGAN GUIDE. Erscheinungstermin hierfür ist August 2019. Alle Infos gibt es dann natürlich hier auf dem Blog.
  • Ich habe 2 Buch-Projekte am laufen, über die ich allerdings an dieser Stelle noch nicht viel erzählen kann/will/darf.
  • Ich habe mir eine ganze Latte an neuen Kunden in Sachen Marketing, PR, Social Media und Content Creation angelacht auf die ich so richtig Lust habe. Da ist alles dabei thematisch. Von Start Up über Gastro bis zu Hotel. Abwechslung pur. Wundervoll! Einige meiner Ideen für mein eigenes Business lassen sich nämlich auch ganz wunderbar für Kunden umsetzen.

Wie schön bunt und abwechslungsreich. Und falls mir langweilig wird, mach ich eben mein Notizbüchlein auf und los geht es mit der Umsetzung einer anderen Idee. Auf dem Weg dahin fallen mir aber schon wieder 18 neue Ideen ein. Super, dass ich jetzt ein Wort dafür habe: Scanner-Persönlichkeit. Ein Traum.

Dieser Artikel ist ganz nebenbei bemerkt auch mein Beitrag zur Blogparade „Einen Scheiß muss ich…!“ und jetzt setze ich mich an meine Rezepte für meinen nächsten Kochkurs. Das mache ich nämlich ganz nebenbei bemerkt auch regelmäßig und ab Herbst sogar noch häufiger.

‚Einfach machen!‘

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
Vegtastisch

3 thoughts on “Über 6 Jahre Selbständigkeit – Warum ich mein chaotisches Leben liebe und jetzt sogar einen neuen Titel für mich habe

  1. Ines Hammer

    Ganz lieben Dank für dein schönes Feedback. Dein Artikel spricht mir genauso aus der Seele, mit den vielen Projekten könntest du von mir schreiben 🙂 Herzlichen Glückwunsch zur Scannerpersönlichkeit 🙂

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  2. Elke

    Liebe Sabrina,
    hach, wie herrlich erfrischend dein Artikel ist! Hab mich direkt dran erinnert, wie es mir ging, als mir das erste Mal jemand von Scanner-Persönlichkeiten erzählte und wie froh ich darüber war, dem Kind einen Namen geben zu können. Mit Notizbüchern arbeite ich auch, und ich finde es sehr beruhigend zu wissen, dass selbst wenn die Zeit niemals reicht, um all die Ideen in die Tat umzusetzen, sie doch zumindest irgendwo festgehalten sind und ich jederzeit könnte, wenn ich wollte.
    Sonnige Grüße
    Elke

    Reply
  3. Jessica

    Lustig, ich bin gerade durch Zufall über deinen Blog und diesen Beitrag gestolpert. Und den Beitrag zum Thema Scannerpersönlichkeit habe ich vor ein paar Tagen ebenfalls zufällig entdeckt und mich da auch sehr wieder gefunden. Das Notizbüchlein wird bald auch mein Begleiter sein für die vielen Ideen :). Danke für deinen Beitrag!

    Reply

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