Buch: „Ich bin dann mal vegan“ Bettina Hennig

Bettina Hennig und ich haben eine ähnliche Reise hinter uns auf dem Weg zum veganen Leben und sind uns dabei gar nicht so unähnlich – auch wenn ich bisher von Tierschutzdemos usw absehe. Sogar ihr Mann ist ebenfalls Malergeselle, wie mein Freund. Ich mag das unauffällige Cover und den weichen Einband.

Das Buch kostet 14,99 Euro, was ich völlig ok finde. Erschienen ist das Buch „Ich bin dann mal vegan“ von Bettina Hennig übrigens am 7.10.2014 im Fischer Verlag. Von diesem Buch bin ich wirklich positiv überrascht.

Bettina Hennig hat eine sehr nette Art zu schreiben, so dass sich das Buch sehr leicht liest und ich es gerne in die Hand nehme. Hat bis sich bis dato eventuell noch nicht oder nur wenig mit Hintergründen zum Veganismus beschäftigt ist dieses Buch wirklich eine charmante Lösung informiert zu werden. Geschickt in ihre Erzählungen verpackt vermittelt sie dem Leser wichtige Fakten zum Thema Veganismus. Das gefällt mir und ich kann das Buch wirklich an Vegan-Interessierte oder Einsteiger weiterempfehlen.

Manchmal stolpere ich zwar über ein paar unlogische Inhalte, aber das ändert nichts am Gesamtpaket. Beispielsweise erzählt sie zu Beginn von einem Blind-Date mit einem Fleischesser über Facebook. Von diesem ist sie so angewidert, dass sie beschließt nie wieder Fleisch zu essen. Nur ein Kapitel später und in der Geschichte zeitlich nicht viel später erzählt sie von ihrem Mann. Komisch. Ein bisschen mag es aber auch daran liegen, dass ich gerne abends im Bett lese und da der Kopf schon etwas müde ist. Ebenso sagt sie zuerst, dass sie Kochshows nicht mag. Ein Kapitel später zitiert sie aber einen Koch aus einer TV-Show. Aber hat mit dem Inhalt nicht tragisch viel zu tun, daher stört es mich nicht weiter. Sie hat sicherlich aber Recht mit der Aussage, dass „alte“ Veganer, die schon lange vegan leben neidisch sind auf Attilas Erfolg. Ich finde es süß, dass sie eine Email an Bill Clinton schreibt. Warum soll man seine Ziele immer so niedrig stecken wenn man nicht auch hoch ansetzen kann?

Ich mag es, wenn ich aus Büchern Tipps für noch mehr Bücher bekomme wie in diesem Fall. Beim Lesen von Bettinas Buch wächst meine Liste und ganze fünf Bücher. Ich habe mich auch längst daran gewöhnt, dass man in der veganen Szene total nach Tipps für eine komplett vegane Lebensweise hechelt. In dem Fall berichtet Bettina von der Marke Matt&Nat – oh mein Gott, ich habe selten Taschen gesehen, die so sexy sind! Verdammt! Wundervoll.

Wie auch Bettina schreibt, dass sie sich vor einiger Zeit noch nicht vorstellen könnte beispielsweise Tierschutzdemos zu besuchen sehe auch ich dies im Moment noch nicht als notwendige Freizeitbeschäftigung für mich an. Das soll nicht heißen dass ich dagegen bin. Ganz im Gegenteil. Im Anschluss an das Lesen des Kapitels habe ich online einige Petitionen unterschrieben (möglich z.B. über Change.org). Ich muss Bettina stolz zustimmen, dass wir Veganer umtriebig sind. Nur eben alle in verschiedenen Bereichen. Und das ist auch gut so. Die einen gehen eben auf Demos, andere versuchen einfach über gesundheitliche Aspekte aufzuklären. So versuche ich das zumindest in meinen veganen Kochkursen und bei meinen Events. Beim Lesen des Buchs bekommt man aber irgendwie Lust mehr zu machen. Sie schreibt über die Tafeln, Foodsharing,… Und dabei sind Hamburg und Berlin, wo Bettina lebt sicherlich noch besser organisiert als Ulm das ist. In Stuttgart habe ich nachts am Bahnhof mal gesehen, wie ein junger Mann alle Reste bei einem bekannten Sandwich-Imbiss abgeholt hat und diese dann an Obdachlose verteilt hat. Das ist schon ein paar Jahre her und ich hab nicht weiter darüber nachgedacht. Die Sandwiches wären im Müll gelandet, hätte er sie nicht abgeholt. Und die Obdachlosen hätten nichts zu essen gehabt. Ich hoffe ich habe in nächster Zeit ein paar freie Minuten um mir die Themen gesehen für Ulm genauer anzuschauen.

Aber auch wenn man sich engagiert, musste ich auch schon die selbe Erfahrung machen wie Bettina: Ein negativer Kommentar überwiegt alle Guten. Man muss sich schon ein dickes Fehl zulegen. Selbst Veganer untereinander sind oft schwierig. Man hat das Gefühl alle übertrumpfen sich gegenseitig und machen jeden nieder, der „weniger“ vegan ist. Die unterschiedlichen Gruppen habe ich allerdings noch nicht so extrem erlebt wie Bettina – liegt vielleicht auch dran, dass ich mich sehr fern halte von der „Szene“. Ich könnte mich noch immer über ihren Vergleich tot lachen – aus dem Film „Das Leben des Brian“ Volksfront von Judäa vs. jüdische Volksfront.

Das Kapitel über Weltvegantag habe ich lustigerweise genau am diesjährigen Weltvegantag gelesen. Auf jeden Fall kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich für das Thema Veganismus interessiert oder bereits vegan lebt. Ich finde das Buch sogar ehrlich gesagt besser als „Vegan für alle!“ von Jan Bredack, welches ich zuletzt gelesen hatte (zum Bericht).

Weitere Buchempfehlungen…

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Bücher, die Bettina Hennig in ihrem Buch empfiehlt bei Amazon:


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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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5 thoughts on “Buch: „Ich bin dann mal vegan“ Bettina Hennig

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  4. Anna

    Ich liebe dieses Buch. Es ist informativ, lustig und Bettina Hennig spricht Dinge und Situationen an, die wahrscheinlich jeder Veganer kennt. Aber sie macht es auf eine Art, die nicht aufdringlich ist.

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