Film: „Food, Inc. – Was essen wir wirklich?“

Wenn man Filme wie diesen schaut, will man am liebsten gar nichts mehr essen. Im letzten Jahr hat sich mein Konsumverhalten wirklich schon weitgehend geändert aber ich kann keinesfalls behaupten, dass ich wirklich Bescheid weiß über die Ursprünge meiner Nahrung. Wir glauben der Industrie und den Produktherstellern blind. Nach diesem Film stelle ich schon wieder alles in Frage. Zwar spielt der Film „Food, Inc. – Was essen wir wirklich?“ mal wieder in Amerika und betrachtet somit auch amerikanische Standards, ich denke aber, dass viele Themen in Deutschland ähnlich betrachtet werden können. Leider…

90% aller Produkte enthalten Mais oder Soja. Da soll nochmal ein Nicht-Veganer auf die Sojabohne schimpfen. Ohne es zu wissen konsumiert er bereits jetzt viel davon. Aber von der „bösen“ Sorte. Genauso steht es um den Mais. Viele Inhaltsstoffe mit aufwendigen Betitelungen sind im Endeffekt Mais in veränderter Form. Auch Tieren wird Mais gefüttert statt beispielsweise frischem Heu. Mais ist eben billig. Und Menschen wollen billiges Fleisch kaufen. Das Kühe aber durch den übermäßigen Maisverzehr krank werden und dies dann auch ins Fleisch übergeht interessiert den Konsumenten offensichtlich herzlich wenig. E.Coli Bakterien verseuchen über die Ausscheidungen der Kühe auch unseren Boden, unser Grundwasser und unsere Pflanzenwelt.

Im Film wird eine Frau begleitet, deren Sohn mit 12 Jahren durch E.Coli Bakterien verstorben ist. 12 Tage nachdem er Burger gegessen hatte, die verunreinigt waren. Fast täglich kommen neue Todesfälle in Amerika dazu.

Ein Bauer erzählt, dass Kühe sogar andere tote Kühe zum Fressen bekommen, Hühnerkacke und tote Hühner. Er gibt zu, dass niemand mehr Fleisch essen würde, wenn man sehen würde wie es in den Ställen zugeht. Kaum jemand bekommt etwas mit über die Details wie unsere Nahrung entsteht. Bakterienverseuchung des Fleischs ist der Standard.

In den Schlachthöfen arbeiten in Amerika oft Immigranten, die sich nicht beschweren. Die Arbeitsbedingungen sind alles andere als gut. Viele Arbeiter verletzen sich bei der Arbeit und infizieren sich sogar am Arbeitsplatz mit Bakterien.

Die Selbstkontrolle der Industrie ist auch bei diesem Thema wieder ein riesen Problem. Eine Kontrolle der Produkte wird dem Verbraucher im Endeffekt nur vorgespielt. Die Industrie ist nur sich selbst Rechenschaft schuldig.

Um Bakterien im verunreinigten Fleisch zu töten wird Amoniak ins Fleisch gegeben, vor allem bei Burgermasse. Die Bilder im Film sind widerlich und abstoßend. Ich könnte mich direkt übergeben wenn ich an meinen letzten Burger vor ca 2 Jahren bei McDonalds denke. Vor ca 10 Jahren habe ich sogar mal eine Lebensmittelvergiftung nach einem Burger King – Besuch gehabt! Danach bin ich nie wieder hin gegangen.

Im Film wird auch eine Familie in Spanien begleitet, die lieber Chips und Hamburger kaufen statt frischem Gemüse – der Grund sind die hohen Produktpreise. Schlechte Kalorien sind billiger – so die Aussage des Journalisten im Film. Fettleibigkeit und Diabetes sind die Folgen von billigem Essen. Das kann ich mir in Amerika sofort vorstellen. Raffiniertes, Zucker, Mais, … zählen zu den schlimmsten Inhaltsstoffen, die uns Menschen krank machen. Langsam aber stetig. Aber Hauptsache die Produkte sind billig… Verrückt!

Zum Schluss des Films werden Bioprodukte unter die Lupe genommen. Dieser Markt wächst auch in Amerika. Doch auch hinter angeblichen Biomarken stecken Großkonzerne wie Kraft und Nestle. Firmen wachsen nicht organisch sondern werden von großen Playern übernommen. Sogar Walmart steigt in den Biomarkt ein. Bauern sehen diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. In Amerika ist es sogar möglich, dass Konzerne Patente auf Pflanzen und Pflanzensamen haben (!!). Jeder Bauer, der Samen anbaut muss die Samen an den Konzern abgeben um das Patentrecht nicht zu verletzen. Selbst wenn Pflanzen durch natürlichen Pollenflug auf ein Nachbarfeld übertragen werden kann der Bauer haftbar gemacht werden. Es gibt sogar eine schwarze Liste mit Namen von Bauern, die bei diesem Spiel nicht mit machen wollen und sich gegen das System wehren. Das Nahrungssystem wird nach und nach gezielt verändert und manipuliert. Wie krank ist das denn bitte?! Sogar Opra wurde verklagt, weil sie in ihrer Talkshow sagte, dass sie nie wieder Burger essen will.

Interessanter Film (94 Minuten, erschienen bei Sunfilm Entertainment) – auf jeden Fall sehenswert, wenn auch von 2008 und damit schon wieder ein paar Jahre alt. Das Thema ist nach wie vor aktuell. Immer wieder bin ich mehr als froh kein Fleisch mehr zu essen – besser noch: Ich esse keine tierischen Produkte. Aber auch bei allen anderen Produkten werde ich noch mehr darauf achten, welche Konzerne hinter den Produkten stecken. Und ich werde noch regionaler und saisonaler einkaufen als ich es jetzt schon tue. Und ich freue mich so sehr auf meinen eigenen Garten. Der Countdown läuft!

Die Film-DVD war übrigens eine kostenlose Beilage einer Ausgabe des Veggie Journals. Bereits im letzten Jahr gab es mit dem Film „FLOW – Wasser ist Leben“ (zum Artikel) eine kostenfreie Beilage im Journal. Ich finde das richtig gut. Weiter so!

Vegtastische Grüße und einen schönen Sonntag noch!

Sabrina

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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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