Wenn man länger braucht um ein Buch zu lesen als für eine Weltreise #10Tage

Das ist doch verrückt. Ich brauche fast drei Wochen um das Buch von Christoph Karrasch, dem Video-Reiseblogger zu lesen. Er dagegen brauchte gerade mal 10 Tage für eine Weltreise über die er in diesem Buch berichtet. Soviel zum Thema wie man seine Zeit nutzen kann…

Ich kam darauf dieses Buch zu lesen, nachdem ich als letztes das Buch „Journeyman“ von Fabian Sixtus Körner gelesen hatte. In dem Fall hat nämlich Herr Körner auch die Umschlaggestaltung für Herrn Karrasch übernommen. Erschienen ist das Buch #10Tage
bereits im Mai diesen Jahres im ullstein extra Verlag.

Offizielle Buchseite des Verlags mit allen Infos zum Buch…

Das Besondere an der Buchidee ist die Tatsache, dass Christoph die Route für seine Weltreise innerhalb von 10 Tagen von seinen Lesern bzw Zuschauern hat bestimmen lassen. Zusätzlich zum Buch gibt es viele Videos, die einen guten Einblick zur kürzesten Weltreise ever liefern. Ich muss zugeben, dass ich die Idee einerseits sehr witzig finde. Andererseits kommt es mir manchmal so vor, als könnte heutzutage jeder mit einer bescheuerten Idee direkt ein Buch schreiben. Und in dem Fall muss man ganz klar sagen, dass die Idee ohne Internetcommunity vielleicht auch gar nicht interessant gewesen wäre sondern einfach nur ein weiterer Reisebericht.

Bereits ab dem ersten Satz frage ich mich ernsthaft, wie Christoph diese verrückte Reise finanziert hat. Leider wird die Frage bis zum Schluss nicht beantwortet. Und leider habe ich es auch bisher nicht auf eine seiner Lesungstermine geschafft, so dass ich ihn hätte selbst fragen können.

Leider gefallen mir die ersten Kapitel des Buchs gar nicht. Ich finde es wenig detailreich und auch eher emotionslos. Manche mögen es aber auch rasant und kurzweilig nennen. Stop nein, das stimmt nicht ganz. Emotionen hat das Buch schon in den ersten Kapiteln, denn Christoph ist den ersten Teil seiner Reise krank. Und so jammert er kapitelweise darüber, wie ihm in den verschiedenen Ländern die Nase läuft. Versteht mich nicht falsch, ich kann verstehen, dass es alles andere als schön ist auf Reisen (oder generell) von Grippe geplagt zu sein – aber ein paar Sätze darüber hätten es im Buch doch auch getan. So frage ich mich in den ersten Kapiteln wirklich, ob es nichts interessanteres gegeben hätte um darüber zu berichten.

Als Veganer finde ich dann das Kapitel über Lima am interessantesten. Christoph soll ein Meerschweinchen essen. Von seiner Reiseführerin bekommt er ein lebendiges Meerschweinchen und nimmt es mit auf seine Stadtführung. Er gibt dem Tier einen Namen und gibt selbst zu, dass es schwer fällt darüber nachzudenken dieses kleine Wesen später essen zu müssen. Zum Glück bringt er es nicht übers Herz, auch als bekennender Fleischfresser. Da wären wir also auch hier bei der üblichen Frage: Wen streicheln, wen essen? Absurd.

In Las Vegas trifft Christoph auf den Magier Jan Rouven und auch hier finde ich nicht gerade sympathisch was Christophs Art angeht über Rouven zu schreiben.

An Tag 6 landet Christoph in Neuseeland und plötzlich ändert sich alles. Christoph ist wieder gesund und scheinbar gilt das auch für seinen Schreibstil. Auf einmal gefällt mir das Buch sogar richtig. Er schreibt detailliert, anschaulich und interessant.
Auf Seite 176 von 253 Seiten bekomme ich sogar richtig Gänsehaut, denn Karrasch schreibt über Asien. ICH LIEBE ASIEN. Ich kann jede Zeile über Bangkok genau nachvollziehen. Und auch ich habe aus dem Flugzeug schon den Mount Everest gesehen – diesen Anblick vergisst man niemals wieder. Und jetzt ist auch mein übliches Fernweh zurück, dass sich immer breit macht wenn ich Bücher übers Reisen lese.
Ab Kathmandu schreibt Christoph nochmal intensiver und bis zur letzten Seite verschlinge ich nun die Seiten des Buchs. Da hätte mich doch wirklich interessiert, wie das Buch geworden wäre, wäre Karrasch nicht krank geworden.

Ich denke nicht, dass es bei so einer schnellen Reise wirklich einen Grund gibt auf Christophs Trip neidisch zu sein. Auch wenn die Idee witzig ist (und selbst wenn man einen Sponsor findet, der einem die ganze Schnapsidee finanziert) – es ist doch sicher auch mehr Stress als sonst was. Klar, man kann in 10 Tagen alle Kontinente besuchen aber zählt das in so einer Geschwindigkeit?!

Als nächstes mache ich mich übrigens an das Buch „Off the Path – Reiseanleitung zum Glücklichsein“ von Sebastian Canaves. (Zum Artikel)

Vegtastische Grüße!

Sabrina

Vielen Dank dem Ullstein Verlag für die Zusendung des Buchs.

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Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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5 thoughts on “Wenn man länger braucht um ein Buch zu lesen als für eine Weltreise #10Tage

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