POCKET KOLUMNE: Buchvorstellung „Und jetzt retten wir die Welt!“

Im Ulmer POCKET Magazin schreibe ich jeden Monat einen Artikel zum Thema Nachhaltigkeit. Für die Februar-Ausgabe habe ich zwei Autoren interviewt, die ein tolles Buch veröffentlicht haben, welches ich jedem wirklich nur ans Herz legen kann.

„Und jetzt retten wir die Welt“

Ilona Koglin und Marek Rohde sind Weltverbesserer. So nennen sie sich selbst, denn seit Jahren widmen sie sich dem Thema Welt verbessern. Vor kurzem haben sie ihr erstes – und wirklich empfehlenswertes Buch „Und jetzt retten wir die Welt: Wie du die Veränderung wirst, die du dir wünschst“ herausgebracht als Handbuch für Idealisten und Querdenker (Kosmos Verlag, 19,99 Euro).

Foto: Christoph Wilhelm Photography

 

Interview mit den Autoren Ilona Koglin und Marek Rohde

Viele „Weltverbesserer“ haben tolle Ideen aber trauen sich oft nicht diese in die Tat umzusetzen. Wie lange arbeitet man an einem solchen Projekt und wie lange war das Projekt bereits in den Köpfen vorhanden vor der Realisierung?

Wir können nur sagen: Gebt Eure Träume nicht auf! Das Projekt Und jetzt retten Wir die Welt! hatten wir schon recht lange im Kopf. Nicht genau mit diesem Namen und auch nicht ganz exakt so, wie wir es jetzt umsetzen. Doch wir hatten schon lange den Traum, über die journalistische Arbeit hinaus Menschen zu bewegen, konkret etwas zu verändern. Seit 2007 berichten wir mit Für eine bessere Welt über Projekte, Initiativen und Organisationen, die sich aktiv für den Wandel einsetzen. Wir zeigen, dass es viele tolle Menschen gibt mit Ideen und Konzepten, die funktionieren. Wir bemerken sie nur nicht so oft, da wir uns ständig mit negativen Schlagzahlen auseinandersetzen müssen und viel eher auf Negatives konzentrieren.

Wir haben über die Jahre bereits angefangen, Workshops zu geben, auf Konferenzen zu sprechen und auch selbst eine Konferenz veranstaltet, um die Menschen ins Handeln zu bringen. Nun, nach zehn Jahren wollen wir zeigen, dass wirklich jede*r etwas machen kann, um die Welt zu verändern. Und dass es sehr wohl etwas ausmacht, was wir tun – oder unterlassen. Wir waren inmitten der Vorbereitung für das Projekt, als der Kosmos Verlag auf uns zu kam und uns fragte, ob wir ein Buch mit ihnen machen möchten. Da hat sich dann alles beschleunigt.

 

Was ratet Ihr anderen Weltverbesserern, die sich nicht trauen ein tolles Projekt aus ihrem Kopf in die Tat umzusetzen? „Hauptsache machen“?

Es ist wichtig, inneren Impulsen zu folgen. Wir leben in einer Welt, in der wir gelernt haben, vor allem die Erwartungen anderer zu erfüllen, Entscheidungen abzuwägen und oft viel zu lange auf die Waagschale zu legen. Wir achten darauf, welche Vorteile eine Idee hat oder mit welchen Nachteilen wir rechnen müssen. Und wir überlegen, wie wir auf möglichst geradem Weg, mit wenig Aufwand zum Ziel gelangen und was die anderen dabei über uns denken.

Dabei verschütten wir den ursprünglichen Impuls nur allzu oft. Wir vertrauen uns selbst nicht, haben nicht den Mut, setzen lieber auf den Verstand. Denn das gibt uns vermeintlich Sicherheit. Wir wollen nicht auffallen oder anecken. Dabei berichten Menschen, die sich Großes vorgenommen (und erreicht) haben, immer wieder davon, dass ihr Leben alles andere als so geplant war. Sie sagen, dass Fehler wichtig sind, um zu lernen und sich zu entwickeln. Sobald wir aktiv werden, verändert sich etwas. Es geschehen Dinge, Menschen reagieren, Gelegenheiten tun sich auf, mit denen wir gar nicht gerechnet haben. Es geht nicht darum, einfach nur aktiv zu werden, sondern den eigenen Potenzialen zu vertrauen und aus den Erfahrungen Kraft zu schöpfen. Besonders aus den vermeintlich schlechten. Wer wie ein Egoshooter mit Scheuklappen durchs Leben geht, nur an die Karriere denkt und keinerlei Wagnis eingeht, wird das letztlich bereuen.

 

Wie kam es zu diesem Buch und was ist die Idee dahinter?

Es war eine – wie sagt man – glückliche Fügung. Wir wollten eigentlich selbst auf einen Verlag zugehen, als wir uns eine Mitarbeiterin von Kosmos angeschrieben hat. Sie hatte unseren Blog gesehen und uns gefragt, ob wir die Themen nicht auch in Buchform bringen könnten. Wir wollten die Menschen aber nicht nur zum Lesen bringen, sondern ja auch zum Handeln. Deswegen haben wir lange an einem Konzept gearbeitet. Die Idee für die Buchstruktur kam uns, als uns ein weiser Spruch des chinesischen Philosophen Laotse einfiel. Wir haben uns gefragt, was wohl wäre, wenn wir diesen mit ganz vielen Menschen gemeinsam umsetzen würden: Könnten wir dann die Welt retten?

Ein Jahr lang haben wir recherchiert, was jede*r von uns ändern kann – angefangen bei uns selbst, dann dem Haus, der Straße, der Stadt, dem Land und zum Schluss der ganzen Welt. Das Buch beschreibt genau diesen Weg und nimmt die Leser*innen mit auf eine Reise. Es ist ein Lesebuch, kann aber genauso als Nachschlagewerk genutzt werden. Und es bietet eine große Zahl an konkreten Tipps und sogenannten Aktionen an, also Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den Wandel des eigenen Alltags.

 

Es fällt auf, dass das Buch völlig anders aufgemacht ist als andere Bücher – jung, bunt, auffallend. In Wirklichkeit steckt hinter dem Buch sogar eine ganze Initiative. Gibt es hierfür eine bestimmte Zielgruppe, die erreicht werden soll?

Danke. Wir wollten nicht noch ein Buch machen, dass einem alle Hoffnung nimmt. Davon gibt es mehr als genug. Im Grunde wissen wir doch alle darum, wie ernst es um unseren Planeten, unsere Gesellschaft und damit auch um uns persönlich steht. Was könnte also wichtiger sein, als Mut zu machen? Mut, sich der Zukunft zu stellen und auch der eigenen Verantwortung am Dilemma. Viele meinen, das sie als Einzelne nichts tun können. Dabei verändern sie die Welt bereits – jeden Tag.

 

Durch die Art, wie sie leben, wie sie die Welt sehen, wie sie mit anderen Menschen und ihren Mitgeschöpfen umgehen. Sie verändern die Welt mit jeder Entscheidung, die sie treffen, jedem Produkt, das sie kaufen oder im Regal stehen lassen. Die Initiative ist eine logische Konsequenz aus der Frage: Wie können wir den individuellen, sozialen und ökologischen Wandel schaffen? Sie lädt dazu ein, über Lösungen zu diskutieren und diese gleich umzusetzen. Ob mit dem Buch, der zugehörigen Plattform im Internet oder den vielen Ideen überall auf dem Planeten. Es ist alles da, was wir brauchen. Wir sagen: Die Chancen unsere Welt zu retten waren noch nie so gut wie heute! Und dazu laden wir alle ein, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben.

 

Die Aktion läuft nun schon eine gewissen Zeit. Wie ist das erste Fazit, falls zu diesem Zeitpunkt bereits möglich? Seid Ihr zufrieden mit den Resonanzen?

Wir sind kein großes Team. Im Kern sind wir zu zweit und bekommen punktuell Unterstützung von weiteren Menschen. Wir finanzieren alles aus der eigenen Tasche und versuchen so das gesamte Projekt für die Nutzer*innen geldfrei umzusetzen. Doch wir bekommen auch immer mehr positives Feedback. Wir haben im letzten Dezember eine 18-monatige Expedition durch alle Themenbereiche gestartet, die wir per Video begleiten. Im Moment sind wir knapp 300 Menschen. Unser Ziel ist es, im Juli 2018, mit vielen Tausenden etwas bewegt und angeschoben, vielleicht sogar einen Stein ins Rollen gebracht zu haben. Eine Bewegung, die sich positiv darüber hinaus auswirkt – sozial, politisch und vor allem ökologisch. Wir freuen uns riesig, dass wir überhaupt so weit gekommen sind. Denn es zeigt uns, dass wir etwas bewegen können, ohne eine große Organisation im Rücken zu haben.

 

Als Projektentwickler begleitet Ihr öko-soziale Projekte. Was genau muss man sich darunter vorstellen? Könnt Ihr ein Beispiel eines aktuellen oder eines Lieblingsprojektes schildern?

Es ist ein großes Glück und eine Ehre, dass wir Teams dabei unterstützen dürfen, wirkungsvolle, öko-soziale Projekte zu verwirklichen. Dabei begleiten wir sie mit unserer methodischen Kompetenz. Das bedeutet, dass wir Entwicklungs- und Kommunikationsprozesse durch verschiedene Methoden ermöglichen und strukturieren. Zum Beispiel fördern wir mit Hilfe von Kreativitätstechniken die Ideenentwicklung und Visionsfindung von Projekten. Wir unterstützen Teams dabei, sich zu organisieren, von der Idee oder dem Traum zur Umsetzung zu kgelangen, Projekte nachhaltig zu planen und durch eine bewusste Kommunikation den Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt im Team zu stärken.

Zum Beispiel begleiten wir NGOs dabei, Ideen für neue Projekte zu entwickeln und zu planen – darunter zum Beispiel Bildungsprojekte, Ausstellungen, Veranstaltungen, Kampagnen. Wir gestalten mit Menschen Arbeitstage, die eine Haus- oder Ökohofgemeinschaft gründen möchten, um die gemeinsame Vision zu entwickeln und einen gemeinsamen Aufgaben- und Budgetplan zu erstellen. Und wir unterstützen öko-soziale Startups, Projekte und Unternehmen bei Entwicklungs- und Veränderungsprozessen und beraten sie, was ihre Kommunikationsstrategie angeht.

 

Vielen lieben Dank für das Interview. Macht weiter so!

Die Initiative im Internet…

 

Gewinnspiel: 2 Exemplare von „Und jetzt retten wir die Welt!“

Teilnahme am Gewinnspiel: Email an mail@vegtastisch.de Stichwort „Welt retten“

Teilnahmebedingungen:

  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Die Gewinnbenachrichtigung erfolgt per Email.
  • Der Versand des Gewinns erfolgt im Anschluss per Post.
  • Einsendeschluss: 28.02.2017.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Mehrmalige Teilnahme erhöht die Gewinnchance nicht.

Viel Glück!

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Ich bedanke mich bei Ilona Koglin und Marek Rohde für das Interview, sowie bei Buch Contact und dem Kosmos Verlag für die Unterstützung dieses Artikels und dem Gewinnspiel.

Vegtastisch

Vegtastisch

Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
Vegtastisch

2 thoughts on “POCKET KOLUMNE: Buchvorstellung „Und jetzt retten wir die Welt!“

  1. Janine

    ich kaufe nur mit Jutebeutel und Stoff obsttüten ein, benutze einen Soda Stream für Wasser, nehme nur Seifenstücke für Körper und Haare, keine Werbung Sticker am Briefkasten, Tofu offen im Asia Laden kaufen und in der Aludose transportieren, Aludose für zuviel gekochtes Essen verwenden, Briefumschläge öfters verwenden, Stoffreste als Pads zum Abschminken verwenden, keine To Go Becher nehmen sondern von Zuhause einen Becher mitnehmen, Vegan leben ,Menstruationstasse verwenden 🙂

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