POCKET KOLUMNE: Nachhaltig & fair Shoppen auch in Ulm

Bei fairer Mode trifft das Klischee von blauen Haremshosen, Filzpantoffeln und bunt gebatikten Baumwollschals längst nicht mehr zu in der Realität.

Meist gehandeltes Stück in Sachen faire Mode war anfangs sicherlich das Baumwoll-T-Shirt, meist doch eher von der schlichten Sorte oder aber mit einem dezenten Aufdruck. Inzwischen deckt der faire Kleiderschrank das gesamte Sortiment in Freizeit- und Businessmode ab. Sweatshirts, Kapuzenpullover, Trainingshose, Hemden, Leggings und sogar Laufschuhe. Sogar Jeans, die zeitweise durch eine aufwendige und umweltbelastende Produktion in Verruf geraten waren, gibt es nun fair und modisch.

Faire Kleidung bedeutet nicht immer nur schicke Kleidungsstücke von hippen und fairen Labels zu kaufen sondern im Sinne der Nachhaltigkeit auch das Auftragen gebrauchter Kleidung. Über Secondhand-Shops, sowohl online als auch offline lassen sich beim Stöbern tolle Teile finden, an denen man noch lange Freude haben kann. Und dies zu einem günstigeren Preis als für Neuwaren.

Natürlich gibt es in Großstädten mehr Geschäfte und Labels für faire Mode und Produkte als au dem Land. Aber auch in kleineren Städten erweitert sich das Angebot ständig. Auch wenn es die beste Auswahl bisher oft noch eher online gibt, tut sich in den Läden so einiges. Trotzdem sind fair gehandelte und fair produzierte Kleidungsstücke aktuell noch eher Nischenprodukt.

Ein wichtiges Thema sind Zertifikate und Gütesiegel für faire Mode. So bezeichnet beispielsweise das ‚Fair Trade Siegel‘ Baumwolle, die zu fairen Preisen gehandelt wird und menschenwürdige Arbeitsbedingungen von Arbeiter und Bauern unterstützt. Das ökologische ‚GOTS-Siegel‘ (Global Organic Textile Standard) hingegen wird vom internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft vergeben. Hierfür muss die Kleidung zu mindestens 70 Prozent aus Biofaser bestehen.




Fair shoppen in Ulm

Auch in Ulm gibt es Läden, die sich um faire Angebote bemühen. Beispielsweise im Fischerviertel bei „Fischerins Kleid“ (Fischergasse 6) aber auch im Ulmer „Weltladen“ (Pfauengasse 28) finden sich ökologisch und ethisch korrekt hergestellte Ware. Fischerins Kleid habe ich in diesem Artikel schon einmal ausführlich vorgestellt.

Der Weltladen in Ulm. Foto: Reiner Beck

„Wir sind Fairtrade Stadt“

Unter www.ulm-handelt-fair.de findet sich eine Auflistung von Händlern, die sich am Projekt „Wir sind Fairtrade Stadt“ beteiligen. Dabei handelt es sich also um Adressen, die sich für fairen Handel engagieren oder faire Produkte anbieten – nicht nur Mode, auch Lebensmittel wie Kaffee und Schokolade spielen hierbei eine wichtige Rolle. Bereits 2014 erhielt Ulm erstmals den Titel Fairtrade-Stadt. Welcher 2016 für weitere vier Jahre erneuert wurde.
Über die Website (betrieben vom Agenda-Büro der Stadt Ulm) kann man übrigens auch selbst mitmachen und als Verein, Händler, Unternehmer oder einfach engagierter Bürger die Ulmer Fairtrade-Bewegung unterstützen.
In einem Grußwort des Ulmer Oberbürgermeisters Czisch erwähnte er lobend, dass in Ulm bereits an vielen Stellen faire Produkte angeboten werden. In einigen Betrieben wird Fairtrade-Kaffee ausgeschenkt und Schulen veranstalten Verkaufsaktionen und Infotage zum Thema.

Neben der Unterstützung der fairen Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern der Textilien leistet der faire Handel schlichtweg auch einen Beitrag zum besseren Leben. Nicht zuletzt auch für das eigene gute Gewissen.

Einige weitere Projekte in Ulm haben sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Sogenannte ‚Fairteiler‘ beispielsweise sind frei zugängliche Schränke, die mit übriggebliebenen Lebensmitteln befüllt werden und kostenfrei entnommen werden dürfen. Gute Lebensmittel landen so nicht im Müll und andere Menschen freuen sich darüber. Gerade wenn man in den Urlaub fährt und zuhause noch Lebensmittel im Kühlschrank hat ist es doch eine sinnvolle Alternative diese in den Fairteiler zu stecken statt zu entsorgen.

Der Verein „Ulm isst gut e.V.“ veranstaltet einmal im Jahr den „Ulm isst gut – Markt“. Dort präsentieren sich regionale Erzeugerbetriebe. Daneben gibt es auch immer ein Rahmenprogramm bestehend aus Vorträgen, Kochvorführungen und Verköstigungen.

Über das Agenda-Büro der Stadt Ulm finden an bestimmten Terminen geführte faire Shopping-Touren in Ulm statt. Termine hierfür werden auf der Website bekannt gegeben.

Kennt Ihr noch Geheimtipps in Sachen fair & nachhaltig Shoppen in Ulm? Ich freue mich über Eure Kommentare.

Dieser Artikel erschien ebenfalls im POCKET Magazin für Ulm und Umgebung im Rahmen meiner monatlichen Nachhaltigkeits-Kolumne.

Im letzten Monat ging es in meiner POCKET Kolumne übrigens um die Idee eines Unverpackt-Ladens für Weißenhorn.

Vegtastische Grüße!

Sabrina

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Ich heiße Sabrina und lebe in einem Häuschen bei Neu-Ulm in Bayern. Seit 2016 bin ich Mama eines kleines Bubs. Ich liebe es zu reisen - mit dem Rad, dem Auto, der Bahn. Ich schreibe über die verschiedensten Themen und versuche dabei das Thema Nachhaltigkeit immer im Fokus zu haben.
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